Ein Bürgermeisterprosit auf ein erfolgreiches Malchiner Jahr 2023. Malchins Stadtoberhaupt Axel Müller (links) hatte
Ein Bürgermeisterprosit auf ein erfolgreiches Malchiner Jahr 2023. Malchins Stadtoberhaupt Axel Müller (links) hatte am Freitagabend mit Werner Neumann (Mitte) und dem Teterower Reinhard Dettmann auch zwei Alt-Bürgermeister zu Gast. Thomas Koch
Neujahresempfang

Bürgermeister geht mit Bundespolitik hart ins Gericht

Am Wochenende hatte die Stadt Malchin zu ihrem traditionellen Jahresanlauf eingeladen. Dabei wurde nicht nur Bilanz gezogen und vorausgeblickt. Bürgermeister Axel Müller fand außergewöhnlich deutliche Worte.
Malchin

Das Malchiner Kulturhaus hatte sich richtig heraus geputzt. In einem so festlichen Ambiente hatte man den altehrwürdigen Saal schon lange nicht mehr gesehen. Die Bestuhlung war mit weißen Hussen überzogen, die Tische geschmackvoll dekoriert, hier und da standen sogar einige Sessel, auf denen es sich die Gäste bequem machen konnten.

Turnhalle soll zum Kulturhaus werden

Es schien ganz so, als wollte der neue Eigentümer der Stadt den Saal noch einmal so richtig schmackhaft machen und zeigen, wie schön er hier eigentlich ist. Denn ob Malchin hier auch in Zukunft den traditionellen Neujahrsempfang feiern wird, das ist alles andere als gewiss. Nur einen kurzen Fußweg vom Kulturhaus entfernt, plant die Stadt die alte Turnhalle in der Lindenstraße zu einem Veranstaltungszentrum umzubauen. Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Bürgermeister seinen Empfang dann hier her verlegen wird.

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Als Stadtoberhaupt Axel Müller am Freitagabend beim Jahresanlauf 2023 aufzählte, was sich Malchin in diesem Jahr so alles vorgenommen hat, war auch der Umbau der Turnhalle mit dabei. Offenbar noch wichtiger als das, was im vergangenen Jahre errreicht wurde und was man sich für 2023 vorgenommen hat, war dem Bürgermeister aber ein ganz anderes Thema. Müller ging am Freitagabend gleich zum Anfang seiner Rede hart mit der Bundesregierung ins Gericht: Die „unglückliche Politik“, die in Berlin betrieben werde und die hohe Energie- und Verbraucherpreise, eine starke Inflation und eine wachsende Steuerbelastung nach sich ziehe, hemme die kreativen Geister in der Gesellschaft.

Brief an Bundeskanzler unbeantwortet

Die verunglückten Auftritte der Minister im Gesundheits-, Außen- und Verteidigungsressort, mittlerweile außer Dienst, beschrieb Müller als Desaster. Dass die Probleme an der Basis in Berlin offenbar kaum noch jemanden interessieren, beschreibe der Umstand, dass die Stadt auf ihren im September 2022 verfassten Brief an den Bundeskanzler, in denen die Sorgen und Nöte der Städte und Gemeinden geschildert werden, noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten habe.

Mammutprojekt war Marcusschule

Wenn das die viel beschriebene „Zeitenwende“ sei, könne er mit diesem Begriff nicht viel anfangen, meinte Müller und gab gleich mal das Motto und die Worte aus, die zumindest das Malchiner Jahr 2023 prägen sollen: Und das sind „Erfolg, Zuversicht und Optimismus“. Anlass dafür gebe es genug: Im zurückliegenden Jahr hat Malchin 4,5 Millionen in die städtische Infrastruktur investiert, dafür 3,5 Millionen Euro Fördermittel eingeworben. Und auch in diesem Jahr soll es munter weitergehen. 2023 investiert die Stadt 12, 5 Millionen Euro: Größter Happen dabei: der Umbau der Marcusschule mit einer Gesamtinvestition von 8,3 Millionen Euro.

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