FLEISCHMARKT

Corona-Krise setzt dem Teterower Schlachthof zu

Zwar wird im Teterower Betrieb voll gearbeitet, aber der Absatz ist eingebrochen. Wegen des Coronavirus ist die Nachfrage nach Rindfleisch gesunken. Nicht nur Burger King und McDonald's brauchen weniger Fleisch.
Rinderhälften im Kühlraum: Weil Hotels und Restaurants geschlossen sind, ist die Nachfrage an Rindfleisch gesunken.
Rinderhälften im Kühlraum: Weil Hotels und Restaurants geschlossen sind, ist die Nachfrage an Rindfleisch gesunken. In Teterow wird Rohware inzwischen eingefroren. Bernd Wüstneck
Teterow.

Die Corona-Pandemie ist auch im Teterower Schlachthof spürbar. ZWar wird dort voll gearbeitet. „Kurzarbeit ist noch nicht beabsichtigt, weil wir immer noch die ganze Kuh vermarkten“, sagt Betriebsleiter Ralf Heisterkamp. Aber die Ware sei im Moment nicht vernünftig absetzbar, sagt er. Zwar ordere der Lebensmittel-Einzelhandel nach wie vor seine Ware, wie sonst auch.

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Rückgang bei Burger King und McDonald's

Andere wichtige Säulen hingegen fehlen. Vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe. „Auch für uns ist es enttäuschend, dass die Gastronomie nicht in kleinen Teilen geöffnet wird“, kommentiert Ralf Heisterkamp die ersten Lockerungsankündigungen von Corona-Beschränkungen in dieser Woche. Seit Restaurants und Hotels geschlossen sind, sei die Nachfrage nach Rindfleisch deutlich gesunken.

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Extreme Auswirkungen für den Teterower Betrieb habe, dass Hamburger-Läden nicht geöffnet sind, sagt er. Der Rückgang bei Burger King und McDonald’s sei spürbar, auch dorthin liefert der Teterower Betrieb. Auf dem Schlachthof werde inzwischen Rohware eingefroren. „Das funktioniert im Moment, weil wir die Ware so vom Markt nehmen. Aber irgendwann muss sie auch wieder verkauft werden. Zu welchem Preis, das muss man dann sehen“, sagt Heisterkamp. Er rechnet mit erheblichem Wertverlust. Denn, auch wenn Gaststätten wieder geöffnet werden können, die Leute essen ja nicht mehr. Es fange dann alles erst langsam wieder an.

 

Schweine-Schlachtung vergangenes Jahr eingestellt

Woran man erst einmal gar nicht denkt, auch bei einem Nebenprodukt bekommt der Teterower Schlachthof die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Es geht um die Rinderfelle. „Die gehen in die Lederindustrie, nur die liegt jetzt brach“, so Ralf Heisterkamp. Für Autos, für Möbel, für Taschen werde das Leder zum Beispiel verwendet. Der größte Verarbeitungsmarkt für Leder liege in Italien, sagt Heisterkamp. Dort gehe jetzt gar nichts.

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Der Teterower Betrieb, der seit drei Jahren zu Danish Crown gehört, hat sich auf die Schlachtung von Rindern konzentriert. Knapp zwei Millionen Euro waren investiert worden, unter anderem in eine Zerlegung. Pro Jahr werden zirka 120.000 Rinder geschlachtet. Die Schweine-Schlachtung war im vergangenen Jahr eingestellt worden.

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