DANISH CROWN BRÜSKIERT VIEHHALTER

Dänen stoppen Schweineschlachtung in Teterow

Jetzt ist es offiziell. Im Schlachthof Teterow werden künftig nur noch Rinder geschlachtet und vermarktet. Damit gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keinen Großbetrieb mehr, der Schweine schlachtet.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Schweine aus der Mecklenburgischen Schweiz müssen künftig zum Schlachten in andere Bundesländer transportiert werden.
Schweine aus der Mecklenburgischen Schweiz müssen künftig zum Schlachten in andere Bundesländer transportiert werden. Maurizio Gambarini
Teterow.

In sechs Wochen endet in Teterow eine 131 Jahre währende Tradition. Der Schlachthof Danish Crown stellt Ende August die Schweineschlachtung ein. Das kündigte das Unternehmen mit Firmensitz im dänischen Randers am Montagmittag offiziell an. Zuvor war die Belegschaft über die anstehenden Veränderungen informiert worden. Begründet wird dieser Schritt mit „schwierigen Marktbedingungen“, die die Schlachtung unrentabel machten. Man habe sehr gezielt daran gearbeitet, sowohl die Produktion als auch die Vermarktung von Schweinefleisch aus dem Betrieb in Teterow zu entwickeln, erklärte Geschäftsführer Kay Rohloff. In den letzten Wochen seien, gemeinsam mit einem starken, regionalen Partner, Aktivitäten unternommen worden, um die Vermarktung von Schweinehälften zu verbessern.

Erfolg war diesen Bestrebungen nicht beschieden. Rohloff: „Wir müssen nun erkennen, dank der sehr guten Kenntnisse unseres Partners im Bereich der Schlachtung und Verarbeitung von Schweinen, dass unsere wirtschaftlichen Bedingungen gegen eine Fortsetzung der Schweineschlachtung sprechen. Aus diesem Grund wurde die Entscheidung getroffen, die Schweineschlachtung Ende August 2019 einzustellen.“

Das Aus dieser Produktionslinie betrifft nach Firmenangaben etwa 10 bis 15 Prozent der Mitarbeiter. Man werden einem Großteil der Betroffenen eine andere Beschäftigung am Standort Teterow anbieten, heißt es. Dazu werde es zeitnah Gespräche geben. Unterstützung wird auch jenen in Aussicht gestellt, die ihren Job verlieren. Darüber hinaus würden die Kontakte mit Werkvertragspartnern und externen Dienstleistern beendet, die insgesamt etwa 50 Mitarbeiter beschäftigen.

Widerstand gegen die Pläne formiert sich

Am Standort Teterow will Danish Crown sich künftig ausschließlich auf die Schlachtung, Verarbeitung und Vermarktung von Rindern konzentrieren. „Im Rindersektor werden wir neue Veredelungs- und Wertschöpfungsmöglichkeiten entwickeln, um unseren Standort hier nachhaltig und langfristig für die zukünftigen Herausforderungen aufzustellen“, versichert Ralf Heisterkamp, verantwortlicher Verkaufsleiter in Teterow. Für Nachfragen war am Montag in der Geschäftsführung niemand erreichbar.

Für die Landwirte der Region ist dieser Schritt ein Affront. Denn der Schlachthof in Teterow war der einzig verbliebe Großbetrieb der Branche in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem kurzfristigen Aus der Schweineschlachtung stehen die Viehhalter vor enormen Problemen. Traditionelle Produktionsabläufe sind auf einen Schlag abgerissen. Alternativen fehlen. Zwar hat der dänische Konzern erklärt, dass man Landwirten, die Interesse haben, weiterhin Schweine an Danish Crown zu liefern, gern helfe, „einen Kontakt zu unserer Niederlassung in Essen/Oldenburg“ herzustellen. Der Ort liegt bei Meppen in Niedersachsen, mehr als 400 Kilometer von Teterow entfernt.

In der Bauernschaft haben die Dänen die Alarmglocken schrillen lassen. Am Montag standen Krisensitzungen an. Das deutet darauf hin, dass sich Widerstand gegen die Pläne formiert. Denn etliche Betriebe kämen in eine existenzbedrohende Lage, wenn das Unternehmen sein Vorhaben wie angekündigt durchzieht.

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Kommentare (2)

Ich glaube, daß die Schweineschlachtung hier zu teuer geworden ist, weil es immer noch preiswerteres Schweinefleich aus irgendwo her gibt. Dieses findet man dann in den Discounterkühltheken. Guten Appetit!

Das kommt dabei raus, wenn man die deutsche Wirtschaft in die ganze Welt verscherbelt! Die Dänen machen ihr Ding und die Landwirte im Nachbarland werden sich freuen.