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Dahmen privatisiert Wassermühle Ziddorf

Die historische Wassermühle an der B 108 in Ziddorf ist ein Hingucker. Verlockend sind nicht nur die alten Gemäuer, sondern ebenso ein großer Kräutergarten, der zum Verweilen einlädt.  FOTO: eberhard Rogmann

VonEberhard RogmannDie Weichen für einen Eigentümerwechsel der Anlage sind gestellt. Gemeinde und Förderverein stehen vor den ...

VonEberhard Rogmann

Die Weichen für einen Eigentümerwechsel der Anlage sind gestellt. Gemeinde und Förderverein stehen vor den Verkaufsverhandlungen.

Dahmen.„Jetzt liegen Zahlen auf dem Tisch, über die man sprechen kann.“ Für Susanne Conradt und ihre Mitstreiter im Verein Wassermühle Ziddorf ist damit die Zeit der Ungewissheit vorüber. Auf ihrer Sitzung hatten sich die Gemeindevertreter auf einen Verkaufspreis geeinigt. „Das war gar nicht so einfach. Die Wassermühle hat als Denkmal einen besonderen Status. Deshalb hatten wir uns entschlossen, für das Sonderobjekt zwei Bewertungen von Fachleuten vornehmen zu lassen“, erläutert Bürgermeister Gerald Klick.
Die historische Wassermühle liegt am Schnittpunkt zweier Magistralen mitten in der Mecklenburgischen Schweiz. In Ziddorf kreuzen sich die B 108, die Teterow und Waren verbindet, und die Deutsche Alleenstraße zwischen Malchin und Malchow. Die Böden der Mühle werden seit einigen Jahren als rustikale Ausstellungsräume genutzt. Daneben befindet sich eine Gastwirtschaft, die Susanne Conradt bewirtschaftet. Auf ein erstes Kaufgesuch des Mühlenvereins reagierte die Gemeinde Dahmen verhalten (der Nordkurier berichtete). Jetzt aber ging die Kommune auf den Verein zu. „Der Pachtvertrag läuft im Januar kommenden Jahres aus. Da stand die Frage, wie es weitergeht“, macht Bürgermeister Klick deutlich.
Einem Verkauf gibt der Gemeinderat den Vorzug. „Es ist einfach nicht zeitgemäß für eine Kommune, solche Objekte zu unterhalten. Es ist ja nicht das einzige historische Gebäude in unserem Besitz. Ich verweise nur auf die Jugendherberge in Dahmen.“ Dabei schlägt die Kommune bei Verkauf gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen entledigt sie sich der Verantwortung für die aufwendige Instandhaltung des historischen Gemäuers. Erst vor einiger Zeit musste beispielsweise das Dach saniert werden. Auch im Bereich der Fundamente gibt es Klick zufolge einen Reparaturstau. Ein entsprechendes Gutachten liege bereits vor. Das werde dem Käufer zur Verfügung gestellt, versichert der Bürgermeister. Zum anderen kann die arg gebeutelte Gemeindekasse eine Einnahme verbuchen.
Der Förderverein hat schon Gespräche mit einer Bank aufgenommen, ist von Susanne Conradt zu erfahren. Unter einem Zeitdruck stehen beide Seiten nicht. Klick rechnet damit, den Verkauf noch in diesem Jahr unter Dach und Fach zu bringen. Bislang ist der Verein der einzige Bewerber. Sollte das Geschäft scheitern, werde man in die öffentliche Ausschreibung gehen. Ein Verkauf komme nur in Frage an einen Interessenten, der ein Nutzungskonzept vorlegen kann, macht Klick deutlich.

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e.rogmann@nordkurier.de