WENDE IM SCHLACHTHOF

Danish Crown schlachtet letztmals Schwein in Teterow

Die Dänen lassen ihren Worten Taten folgen. Künftig werden in ihrem Betrieb in Teterow nur noch Rinder geschlachtet und zerlegt. Alle Versuche, den Konzern noch umzustimmen, sind damit offenbar gescheitert.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Schweine werden künftig woanders geschlachtet. In Mecklenburg stellt der Konzern Danish Crown in seinem Teterower Betrieb
Schweine werden künftig woanders geschlachtet. In Mecklenburg stellt der Konzern Danish Crown in seinem Teterower Betrieb die Schweineschlachtung mit dem heutigen Tag ein. Ingo Wagner
Teterow.

Klanglos geht in Teterow eine Ära zu Ende. Am Freitag wird im dortigen Schlachthof das letzte Schwein angeliefert. Seit 1898 werden in der Stadt Schweine geschlachtet. Jetzt macht der Konzern Danish Crow damit Schluss. Ein letzter Versuch der Genossenschaft Fleischer Einkauf Rostock, die Schlachtung im Land zu behalten, scheiterte. Die Fleischer beabsichtigten, die Schlachtlinie anzumieten. Doch schon zu Beginn der Gespräche mit Danish Crown machte sich Andreas Ledder, Vorsitzender der Genossenschaft, nur geringe Hoffnungen. „Die Bedingungen der Dänen sind so hoch angesetzt, dass wir kaum zu einer Übereinkunft kommen werden.“ Genauso kam es. „Der Zug ist abgefahren“, konstatiert Matthias Hantel, Stadtvertreter in Teterow und Vorsitzender des Bauernverbands Güstrow, sichtlich verbittert.

Erste Investitionen bereits getätigt

Jens Hansen, Pressesprecher von Danish Crown, verweist auf die fehlende Rentabilität im Schweinegeschäft. Zuletzt seien 6000 bis 9000 Schweine pro Woche geschlachtet worden. Das rechne sich nicht. Zu den Gesprächen mit den Fleischern merkt Hansen an: „Verhandlungen gab es nicht. Die Voraussetzung dafür wäre ein Konzept mit der notwendigen Nachhaltigkeit. Das ist uns nicht vorgestellt worden.“ Jetzt konzentriere man sich auf die Rinder. Knapp zwei Millionen Euro seien dafür bereits investiert worden, unter anderem in eine Zerlegung. Bei Bedarf würden weitere Investitionen folgen. Mit der Einstellung der Schweineschlachtung seien 22 Beschäftigte freigesetzt worden. Acht davon unterbreitete die Firma ein Angebot für eine andere Tätigkeit. Dazu wurden Werksverträge mit Partnern gekündigt, betroffen sind davon 50 Arbeitnehmer.

Doch auch noch an einer anderen Stelle müssen Mitarbeiter gehen: beim Fleischhygieneamt der Kreisverwaltung in Güstrow, das durch den Rückzug von Danish Crown aus der Schweineschlachtung direkt betroffen ist, wie Landrat Sebastian Constien (SPD) am Mittwochabend auf der Sitzung des Kreistages in Bad Doberan sagte. Der Stellenabbau betreffe elf Mitarbeiter, erklärte Dezernent Stephan Meyer auf Anfrage des Nordkurier.

Aktuelle Stunde ins Gespräch gebracht

Der Landkreis habe sofort Maßnahmen eingeleitet, um die Auswirkungen für die Betroffenen gering zu halten, so Landrat Constien zu den Kreistagsmitgliedern. In Arbeit sei ein Sozialplan. Bei dem derzeitigen Fachkräftemangel dürften die Mitarbeiter wohl aber nicht lange nach einem neuen Job suchen. Ärgerlich ist für den Landkreis sicherlich, dass er die Leute erst ausbilden ließ und sich nun von ihnen schon wieder trennen muss.

Helmut Precht (Freie Wähler) brachte am Mittwochabend für den Teterower Schlachthof eine aktuelle Stunde des Kreistages ins Gespräch, während sich Teterows Bürgermeister Andreas Lange (CDU-Fraktion) nach konkreter Unterstützung durch den Landkreis erkundigte.

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