MIT SCHAFEN UND VÖGELN IM HAUS

Dank und Anzeige nach Räumung in Rey

Die Zwangsräumung einer Wohnung in einem Dorf bei Gnoien hat weitere Folgen: Zum einen einen erneuten Polizeibesuch, zum anderen eine Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung.
Überraschung am Mittwochmorgen in Rey: Steht doch da Bürgermeisterin Renate Awe mit Blumen und Polizeikommissar Loth
Überraschung am Mittwochmorgen in Rey: Steht doch da Bürgermeisterin Renate Awe mit Blumen und Polizeikommissar Lothar Fetzer vor Eva Dornheims Tür. Silke Voß
Rey.

Als plötzlich die Polizei vor ihrer Tür in Rey stand, war Eva Dornheim sichtlich überrascht. Diesmal zeigten die Beamten aber Präsenz in positiver Mission. Das Erfreuliche wurde betont durch den Anblick eines Blumenstraußes in den Händen von Bürgermeisterin Renate Awe. Dieser war bestimmt für Eva Dornheim, weil sie die hilfebedürftige Cornelia Schneidenbach beispielsweise immer mit zum Einkaufen nach Gnoien mitgenommen habe. Denn Cornelia Schneidenbach hatte kein angemeldetes Auto mehr, und auch keine Grundversorgung in der Wohnung in Rey, in der sie in den letzten Wochen untergekommen war.

Eva Dornheims Wirken hatte zudem die drastische Situation am Samstag wesentlich entschärft, als Polizeihauptkommissar Lothar Fetzer und Kollegen mit der unangenehmen Aufgabe betraut waren, Cornelia Schneidenbach vor die Türe zu setzen. „Das hat Stunden gedauert“, schildert Renate Awe. „Jeder stand bereit, wir haben lange diskutieren müssen. Dann ist Eva Dornheim mit ihr losgefahren nach Gelbensande.“ Dort ist Cornelia Schneidenbach vorübergehend mit Hund und Katze untergekommen. Eine Woche Frist habe sie nun, um ihre Habe aus der Wohnung in Rey zu holen. Derweil sind die Schafe und Sittiche noch in der Wohnung beziehungsweise dem Garten geblieben. „Wir haben geklärt, wer in dieser Zeit die Tiere füttert“, sagt die Bürgermeisterin.

Auf Suche nach Hilfe auch Gregor Gysi angeschrieben

Dem „Frieden“ traut Cornelia Schneidenbach derweil nicht. „Ich habe da ein ungutes Gefühl, wenn ich an den Verbleib meiner Tiere in Rey denke und mache mir große Sorgen“, meint die zwangsgeräumte Frau. Schließlich sei sie in Rey gemobbt worden. Die Zwangsräumung durch die Polizei schildert sie als „entwürdigend“. Cornelia Schneidenbach bittet nun dringend um Hilfe bei ihrer Suche nach einem Dach über dem Kopf für sie und ihre Tiere. Nach etlichen Umzügen in letzter, kurzer Zeit, darunter auch aus Schwasdorf und Blankenhagen bei Rostock, sei sie dessen nun müde. An der Küste streitet sie sich übrigens auch mit der Kirche, wo ihr und den Tieren ebenfalls der „versprochene Einzug“ verwehrt worden sei. Auf ihrer Suche nach Hilfe hat sie sogar dem Linken-Politiker Gregor Gysi geschrieben.

Schneidenbach fühlt sich indes von den Behörden im Stich gelassen. Beistand erhält sie derweil vom Tessiner Verein GERIO, einem Verein zur Betreuung Hilfesuchender. Dieser soll in einer Strafanzeige gegen Schneidenbachs Betreuerin vom Amtsgericht Güstrow liegen – wegen „unterlassener Hilfeleistung und Vortäuschung falscher Tatsachen“. Denn diese habe versäumt, einen Mietvorvertrag für Cornelia Schneidenbach in Rey auszuhandeln.

Die Betreuerin Bärbel Höber darf sich zu den Vorwürfen nicht äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Nur soviel: „Was da gelaufen ist, habe ich in 20  Jahren meiner Arbeit noch nicht erlebt!“

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Kommentare (2)

"Auf Suche nach Hilfe auch Gregor Gysi angeschieben"

Sicher "angeschoben"......oder waren die tippenden Finger schneller als der Gedanke zu Ende ? [Vielen Dank für den Hinweis. Wurde korrigiert. Die Red.]

Diese Art Journalismus/Falschdarstellung trägt im hohen Maße zu seinem schlechten Ruf bei. Die Staatsanwaltschaft Rostock wird sich nun damit beschäftigen.