KOSTEN NICHT VERTRETBAR

Dargun geht mit Schwimmhallen-Plan baden

Seit Jahren schon ließ die Stadt am Klostersee prüfen, ob für sie der Bau einer Schwimmhalle in Frage kommt. Jetzt liegt eine genaue Kosten-Analyse auf dem Tisch.
Ab ins Wasser: Zum Baden und Schwimmen müssen sich die Darguner auch künftig mit dem Klostersee begnügen. Eine
Ab ins Wasser: Zum Baden und Schwimmen müssen sich die Darguner auch künftig mit dem Klostersee begnügen. Eine Schwimmhalle kann sich Dargun nicht leisten. Ralf Hirschberger
Dargun ·

Schon seit einigen Jahren geht in Dargun die Idee um, sich an den Bau einer Schwimmhalle zu wagen. Zuerst hatte die Arbeitsgruppe „Zukunft“ einen solchen Plan aufgestellt, fast neun Jahre ist das her. Seitdem Sirko Wellnitz von der Wählervereinigung Bürgermeister am Klostersee ist, nahm das Projekt richtig Fahrt auf. Die Stadt gab eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, die im Frühjahr allerdings für nur wenig Begeisterung sorgte. Die wichtigsten Fragen waren nämlich nur am Rande angeschnitten: Was kostet denn der Bau einer Schwimmhalle. Und vor allem: Wie hoch werden einmal die Betriebskosten sein?

Die Antworten dazu liegen dem Bürgermeister jetzt auf dem Tisch. Die Studie ist noch einmal überarbeitet worden und wird bei den Kosten nun sehr deutlich. „Demnach würde der Betrieb einer solchen Schwimmhalle jährlich etwa 220 000 Euro an Zuschüssen kosten“, schrieb Sirko Wellnitz am Freitag in einer Pressemitteilung. Und weiter: „Eine solche Summe könnte die Stadt nur aufbringen, wenn sie bei der Sport- und Kulturförderung, aber auch bei den Zuschüssen für Vereine und in der Kulturarbeit beträchtliche Gelder einspart.“ Und genau das ist aus Sicht des Bürgermeisters nicht vertretbar. „Aus diesem Grunde lässt sich der Bau einer Schwimmhalle in unserer Stadt leider nicht realisieren.“ Aus Verantwortung für die Stadt könne der Plan nicht weiter verfolgt werden, lässt Wellnitz die Darguner wissen.

Eine andere Entscheidung blieb ihm bei den jetzt vorausgesagten Kosten auch gar nicht übrig. Schon bei einem höheren fünfstelligen Betrag hatte Wellnitz mehrfach eine rote Linie gezogen. Bei solch hohen Betriebskosten sei für ihn das Vorhaben gestorben, weil die Stadt sich dann bei anderen freiwilligen Maßnahmen einschränken müsste, stand für Wellnitz fest. Dass die Summe nun sogar sechsstellig ausfällt, hat offenbar auch den Bürgermeister kalt erwischt.

Den Dargunern bleibt nun ein Trost: Auch ohne Schwimmhalle haben sie zumindest im Sommer mit ihrem Strand am Klostersee beste Bademöglichkeiten, für die es von Touristen, aber auch Einheimischen immer wieder viel Lob und Anerkennung gibt. Und da kommt auf die Stadt wieder mehr Arbeit zu: Ab der nächsten Badesaison wird sie sich wieder selbst um ihren Strand kümmern müssen, nachdem der Vertrag mit dem Strandverein nicht verlängert wurde.

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