KEINE VERKEHRSBERUHIGUNG

Dargun im A20-Stress: Tempo 30-Anträge abgelehnt

Wenn es an dem Autobahn-Absacker bei Tribsees mal wieder etwas länger dauert, wählen immer mehr Auto- und Laster-Fahrer die B110 als Umfahrung. Sehr zum Verdruss der Darguner. Die Hoffnungen auf eine Verkehrsberuhigung zerschlagen sich gerade.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Zu den A 20-Ausweichlern kommt in diesen Tagen auch noch der Umleitungsverkehr für die gesperrte L 20 zwischen Neukalen u
Zu den A 20-Ausweichlern kommt in diesen Tagen auch noch der Umleitungsverkehr für die gesperrte L 20 zwischen Neukalen und Malchin, den die Darguner ertragen müssen. Torsten Bengelsdorf
Dargun.

Zu einer Einwohnerversammlung werden die Darguner am 29. Oktober zu 19 Uhr in die Schulaula eingeladen, kündigte Bürgermeister Sirko Wellnitz (WVD) am Donnerstag an. Ursprünglich sollte das Treffen bereits im September stattfinden. Erwartet werden am 29. Oktober Vertreter der Landesarbeitsgruppe „Großprojekte“, um über die Vorbereitungen zum Bau der Darguner Ortsumgehung zu berichten. Doch diese Trasse wird aller Voraussicht nach erst gebaut, wenn das A 20-Loch bei Tribsees hoffentlich wieder durch eine richtige Fahrbahn geschlossen ist. Schnelle Abhilfe ist von der Ortsumgehung für die vom zunehmenden Straßenverkehr geplagten Darguner also eher nicht zu erwarten.

Die Erwartungen sind groß an die angekündigte Einwohnerversammlung in Dargun. Schließlich soll es hauptsächlich darum gehen, wie auf der Stadtdurchfahrt im Zuge der Bundesstraße 110 endlich wieder etwas mehr Ruhe einkehren kann. „Für uns Darguner ist der Verkehr durch das A20-Loch enorm gestiegen. An Ruhe ist in Dargun nicht mehr zu denken“, schreibt Sandro Wendeborn an den Nordkurier. Ein 30-km/h-Tempolimit wäre deshalb gerade in den Nachtstunden hilfreich.

Schon vor der Einwohnerversammlung macht Bürgermeister Wellnitz seinen Dargunern indes wenig Hoffnung, was verkehrsberuhigende Maßnahmen angeht. Sämtliche Anträge der Stadt Dargun seien bisher abgelehnt worden. So wollte Dargun auf der gesamten Ortsdurchfahrt rund um die Uhr das Tempo auf 30 km/h herabsetzen lassen – zumindest so lange, wie die B 110 immer wieder mal als Umleitung für die A 20 herhalten muss – abgelehnt. Ein Tempolimit nur für die Nachtstunden – abgelehnt. Und eines nur für Lkw – abgelehnt. „Wir haben unsere Anträge jeweils an den Landkreis geschickt, der sich dann beim Land erkundigt hat und dort Absagen bekommen hat“, berichtet Sirko Wellnitz.

Zwei neuralgische Punkte

Eine geringe Hoffnung bestehe noch, dass Auto- und Lkw-Fahrer zumindest an zwei neuralgischen Punkten auf der Ortsdurchfahrt ausgebremst werden könnten: an der Kindereinrichtung am Platz des Friedens sowie an der sogenannten Gärtnerkurve in der Amts-und Burgstraße. Hier liegt noch keine endgültige Entscheidung zu den beantragten 30 km/h-Schildern vor.

Den Weg über die B 110 wählen Reisende auf der A 20 immer häufiger, wenn an der Absacker-Baustelle bei Tribsees wieder einmal längere Staus gemeldet werden. Hinweisschilder an den Autobahnabfahrten sowie Rundfunkdurchsagen empfehlen dann die Strecke über Gnoien, Dargun und Demmin. „Und wer einmal gemerkt hat, dass das funktioniert, der kommt auch beim nächsten Mal wieder bei uns vorbei“, beschreibt Bürgermeister Wellnitz die Situation. Besonders an Wochenenden und Feiertagen, aber auch im Berufsverkehr habe der Fahrzeugstrom deutlich zugenommen.

Das A 20-Loch soll bis Ende 2023 endgültig geschlossen sein – wenn denn die Bauarbeiten planmäßig verlaufen.

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