ZU WENIG ERSTKLÄSSLER

Dargun laufen die Schul-Anfänger davon

Etwa 60 Erstklässler müssten im August mit ihrer Zuckertüte in Dargun zur Einschulung kommen. Doch es werden nur 36 sein. Die anderen Eltern haben sich Schulen in der Umgebung ausgesucht. Die Stadt sieht den Schulstandort in Gefahr.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
So unbeliebt war die Darguner Schule noch nie: Nur 36 Erstklässler haben sich für das neue Schuljahr angemeldet. Dabei gibt
So unbeliebt war die Darguner Schule noch nie: Nur 36 Erstklässler haben sich für das neue Schuljahr angemeldet. Dabei gibt es in der Stadt und der Umgebung etwa 60 Mädchen und Jungen, die im August in die Schule kommen. Torsten Bengelsdorf
Dargun.

Im Darguner Rathaus ist man alarmiert, wenn es um die Schulen in der Stadt geht. Gerade einmal 36 Mädchen und Jungen werden am 10. August mit ihren Schultüten zur Einschulungsfeier kommen. Es hätten eigentlich um die 60 sein müssen, so sah es der Schulentwicklungsplan vor. In diesem Jahr wollen offenbar viele Eltern ihre Schützlinge lieber an eine andere als an die eigentlich zuständige Schule schicken. Besonders hoch im Kurs steht dabei die Evangelische Schule in Demmin, aber auch die Spatzenschule in Neukalen oder die Landschule in Lüchow werden im neuen Schuljahr Zuwachs aus Dargun bekommen.

„So gravierend wie in diesem Jahr hatten wir das noch nie“, beschreibt Darguns Bürgermeister Sirko Wellnitz (WVD) das Problem und sieht mittlerweile sogar Gefahren für den Schulstandort Dargun: „Die Kinder, die wir jetzt nicht einschulen, fehlen uns dann mit großer Wahrscheinlichkeit auch später in der Regionalschule“, ist Wellnitz überzeugt. Und die Regionale Schule fällt schon länger wegen knapper Schülerzahlen auf.

Eine Idee geistert schon lange durch die Stadt

Die Stadt will offenbar nicht länger untätig zuschauen, wie immer mehr Mädchen und Jungen der Darguner Schule davonlaufen. Mitten in den Sommerferien befasst sich deshalb am Montag (29. Juni) erstmals mit dem Hauptausschuss ein städtisches Gremium mit einer Idee, die schon seit einiger Zeit durch die Stadt geistert – der Zusammenlegung der beiden Schularten. Die Grundschule soll demnach aufgelöst und an die Regionale Schule angegliedert werden. Das hätte nach Ansicht des Bürgermeisters mehrere Vorteile. So könnte man den häufigen Ausfallzeiten wegen des Lehrermangels begegnen, wenn Regionalschul-Lehrer Vertretungsstunden bei den Grundschülern geben würden. Das sei zwar nur eingeschränkt, aber immerhin nicht unmöglich, so Wellnitz. Eine gemeinsame Schule hätte auch weitaus weniger Probleme mit den Räumlichkeiten, die für die vielen zusätzlichen Angebote nach Unterrichtsschluss benötigt werden. Was Wellnitz nicht sagt: Es soll seit einiger Zeit auch eine große Unzufriedenheit mit der Leitung der Grundschule geben. Mehrere Versuche des Nordkurier, darüber mit der Schulleiterin zu sprechen, schlugen bisher fehl.

Die Diskussion um eine Schul-Zusammenlegung stehe noch ganz am Anfang, betont Bürgermeister Wellnitz. Ein Beschluss ist deshalb am kommenden Montag im Hauptausschuss auch noch nicht zu erwarten, das Thema wird hier noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt. Auch das kreisliche und staatliche Schulamt haben hier ein Wörtchen mitzureden. Und selbstverständlich werde man auch die Schulkonferenz beteiligen, sagt Wellnitz. Bei den Lehrern ist eine Zusammenlegung der Schulen offenbar hoch umstritten. Doch jeden einzelnen könne man dazu nun auch nicht befragen, so Wellnitz: „Der Schulstandort ist für Dargun eine existentielle Frage.“

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