ZU VIEL PUBLIKUM BEFÜRCHTET

Dargun setzt Debatte um Garagen-Abriss ab

Die Stadtvertreter von Dargun treffen sich nächste Woche trotz Kontaktsperren – allerdings an einem ungewöhnlichen Ort. Auch sollen nicht zu viele Zuschauer kommen.
Was soll nur aus den Garagen am Darguner Lindenweg werden? Bürgermeister Sirko Wellnitz wollte dazu auf der nächsten
Was soll nur aus den Garagen am Darguner Lindenweg werden? Bürgermeister Sirko Wellnitz wollte dazu auf der nächsten Sitzung der Stadtvertreter drei Varianten vorstellen. Doch daraus wird nun erst einmal nichts. Torsten Bengelsdorf
Dargun.

Sie wagen sich als Erste aus der Deckung: Während die Stadtvertreter anderenorts wegen der Corona-Krise neuerdings vom Küchentisch oder auch von der Wohnzimmer-Couch aus Beschlüsse fassen, wollen sich die Darguner am kommenden Dienstag trotz des Corona-Ausnahmezustandes erstmals wieder zusammenfinden. Allerdings nicht wie sonst üblich im engen Rathaussaal, sondern im Kornspeicher, der etwas mehr Platz bietet. Ob das so eine gute Idee ist, da kamen jetzt ernsthafte Zweifel auf. Bürgermeister Sirko Wellnitz (WVD) wollte nämlich auf der Sitzung drei Varianten zum Erhalt oder zur Überplanung des Garagenstandortes am Lindenweg vorstellen.

Die etwa 100 Garagen stehen auf der Abrissliste, wenn auf der riesigen Fläche zwischen Friedhofsmauer, Lindenweg und Plattenstraße ein neues Wohngebiet entsteht. Hier sind zwischen 50 und 60 Eigenheime geplant. Das Vorhaben sorgt bei den Garagennutzern seit Monaten für großen Unmut. Im Rathaus hatte man bereits einen Aufstand der Garagenleute befürchtet. Und so wäre wohl damit zu rechnen, dass – Kontaktbeschränkungen hin oder her – eine ganze Reihe Betroffener zu der Stadtvertretersitzung kommen würde, wenn über ihre Garagen entschieden werden soll.

„Ausführliche öffentliche Diskussion erforderlich”

Der Bürgermeister hatte zu Beginn des Jahres den Garagennutzern die Gründung eines Vereins vorgeschlagen, der die Grundstücke kaufen könnte, aber auch dafür sorgen müsste, dass die Mitglieder ihre Garagen vernünftig herrichten. Die Stadt hätte dann mit dem Verein nur noch einen Ansprechpartner für die künftigen Bau-Absichten.

Bürgervorsteherin Susan Schwebke hat nun allerdings entschieden, den Garagen-Tagesordnungspunkt am kommenden Dienstag wieder zu streichen, da er eine ausführliche öffentliche Diskussion erfordere. „Gerade zum Thema ,Überplanung des Garagenstandortes‘ rechne ich mit einer großen Beteiligung der dortigen Garagenbesitzer. Außerdem müssen bei diesem Thema auch die Fraktionen im Vorfeld ausgiebig beraten können“, erklärte Schwebke. Zu viele Leute im Saal – das geht nun aber in der Viren-Zeit überhaupt nicht.

Gesundheitsamt muss Sitzung nicht erlauben

So werden Darguns Stadtvertreter am kommenden Dienstag im Kornspeicher vor allem zusammenkommen, um den diesjährigen Haushaltsplan auf den Weg zu bringen. Doch sollte dafür zuvor noch zwingend das Einverständnis des Gesundheitsamtes eingeholt werden, forderte Bürgervorsteherin Schwebke den Bürgermeister auf.

Das sei allerdings nicht nötig, erklärte Sirko Wellnitz am Montag gegenüber dem Nordkurier. „Wir haben dazu in der Corona-Verordnung nachgeschaut. Wir müssen lediglich eine Liste anfertigen, auf der alle Teilnehmer der Sitzung mit Namen, Wohnort und telefonischer Erreichbarkeit vermerkt werden“, sagte Wellnitz. Das gelte auch für Gäste der Stadtvertretersitzung. Zehn an der Zahl würden am kommenden Dienstag im Kornspeicher zugelassen. Sollten mehr kommen, müssten diese dann abgewiesen werden.

 

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