BRANDSCHUTZ IN SCHULE

Dargun verpasst Chance, neue Feuermelder einzubauen

Eine völlig veraltete Brandmelde-Anlage hatte ein Gutachter in der Darguner Schule vorgefunden. Die Sommerferien hätten sich gut geeignet, eine neue einzubauen. Eigentlich.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Zumindest an der Feuerwehr-Zufahrt zu Darguns Schul-Komplex scheint es nichts auszusetzen zu geben. An der Brandmeldeanlage dagegen schon.
Zumindest an der Feuerwehr-Zufahrt zu Darguns Schul-Komplex scheint es nichts auszusetzen zu geben. An der Brandmeldeanlage dagegen schon. Torsten Bengelsdorf
Dargun.

Es war ein ganz schöner Schock, als im vergangenen Jahr ein Brandschutzgutachter für Darguns Schule und die Turnhalle Alarm schlug. Die Brandmeldeanlage in den Gebäuden würde nicht mehr der Zeit entsprechen, sei technisch völlig überholt und müsse komplett erneuert werden. Auch Brandschutztüren mahnte der Experte an – mit einem Mal hatte es die Stadt mit Kosten in Höhe von 100.000 bis 150.000 Euro zu tun.

Nun in den Sommerferien wäre eigentlich die Zeit gewesen, den Brandschutz endlich auf den neuesten Stand zu bringen. Doch das Schulgebäude bleibt verschlossen, Handwerker sucht man vergeblich. An der Schultür nur ein Zettel mit den Namen und Telefonnummern der Bereitschaftslehrer, falls in der Ferienzeit doch mal etwas passiert.

Durchbrüche nach draußen nötig

Die Ruhe erstaunt, hatte Bürgermeister Sirko Wellnitz (WVD) sich doch Ende des vergangenen Jahres im Fall eines Brandes bereits im Gefängnis gesehen, so dramatisch zeichnete er die Lage. In den Ferien wird sich aber auch weiterhin nichts tun in dem Schulgebäude, die notwendigen Arbeiten sind noch nicht einmal ausgeschrieben.

„Die umfangreichen Bauarbeiten sind nur in den Ferien möglich, zu den Sommerferien schaffen wir das aber nicht mehr“, hatte Wellnitz bereits Anfang Juli die Stadtvertreter informiert. Immerhin müssten für einen notwendigen zusätzlichen Fluchtweg sogar Wände nach außen durchbrochen werden. Eine Woche Herbstferien seien dafür auch zu kurz, so dass wohl schon feststeht: In diesem Jahr wird es trotz aller Dramatik nichts mehr mit den neuen Feuermeldern.

Nächste Chance erst in Winterferien

Auf Nachfrage des Nordkurier fährt Wellnitz, der vor seiner Bürgermeister-Zeit für den Katastrophenschutz im Seenplatten-Landkreis zuständig war, denn auch eine Alarmstufe runter: „Wir haben eine Brandmelde-Anlage, die funktioniert, sie entspricht eben nur nicht der DIN-Norm.“ Als nächster möglicher Termin für den Einbau eines Brandmelders, der dem gültigen Bauordnungsrecht entspricht, kämen nun die Winterferien in Frage.

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