Sport

Darguner Dart-Team kämpft um seine Spielstätte

In Dargun verloren die Darter ihr Stammlokal, in Altkalen fanden sie Zuflucht. Doch die Freude war verfrüht.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Dart ist Präzisionssport, weiß Robert Wunsch. Er und seine Teamfreunde hatten sich in Altkalen schon mal häuslich eingerichtet. Nun steht alles auf der Kippe.
Dart ist Präzisionssport, weiß Robert Wunsch. Er und seine Teamfreunde hatten sich in Altkalen schon mal häuslich eingerichtet. Nun steht alles auf der Kippe.
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Altkalen.

Mit sorgenvollen Mienen sitzen Robert Wunsch und Siegfried Genz auf der Besucherbank der Gemeindevertretung Altkalen. Hier steht das Schicksal ihrer Dart-Mannschaft auf dem Spiel. Die Einladung – oder sollte man korrekter von einer Vorladung sprechen – hat die beiden kalt erwischt. Denn eigentlich wähnten sich die Sportler am Ziel ihrer Wünsche. Das bestand darin, endlich eine Stätte zu finden, wo sie ihren Sport ungestört ausüben können. Denn eines machen die Darguner deutlich: Dart ist ein anspruchsvoller Sport und hat mit Glücksspiel nichts zu tun.

Dart kennt man auch in Altkalen

Das bedeutete an dieser Stelle allerdings, Eulen nach Athen zu tragen. Denn Dart ist in Altkalen seit Längerem beheimatet. Im Gemeindehaus hat das Team Altkalener Wölfe sein Domizil. Hier suchten auch die Sportfreunde des Teams All for One aus dem benachbarten Dargun Zuflucht. Denn ihre bisherige Trainingsstätte im Deutschen Haus mussten sie aufgeben.

Zunächst lief aber alles bestens. Bei Bürgermeisterin Renate Awe fanden sie Gehör. Im Obergeschoss des Gemeindehauses stand seit 2017 ein Raum leer, den zuvor die Landfrauen genutzt hatten. Über den Mietpreis wurde man sich schnell einig. Dazu erklärten sich die Sportler bereit, den Raum aufzumöbeln. Sie malerten und beschafften eine neue Beleuchtung. Alles paletti. Die Pfeile könnten jetzt durch den Raum schwirren.

Doch die Gemeindevertretung erhob Einspruch. Mietverträge müssen von dem Gremium gebilligt werden. Dass dies mehr als eine Formalität ist, sollte schnell deutlich werden. Denn als Robert Wunsch bestätigte, dass die meisten der Teammitglieder nicht aus der Gemeinde Altkalen stammen, verfinsterten sich die Mienen der Gemeindevertreter sichtlich. Die Darter versuchten ihr Bestes, Bedenken zu zerstreuen. Dem Dartspiel hafte zwar das Image an, ein Kneipensport zu sein, räumten sie ein. Doch das bedeute nicht, dass sich die Spieler volllaufen lassen würden. „Wir sind alle um die 40 und bodenständig, keine hitzköpfige Jugendgruppe, die Krawall macht. Sie kennen doch das Altkalener Team mit seinem Kapitän Sebastian Lewandowski“, appellierte Robert Wunsch.

Verein wirbt um Verständnis

Doch die Vorbehalte der Gemeindevertreter kamen aus einer ganz anderen Ecke. Miete, Heizung, Strom und Wasser – das sei doch mit dem vereinbarten Zins nicht kostendeckend, wandte Ulrich Freudenfeld ein. Dass die Gemeinde ihr Vereinsleben bezuschusse, sei ja in Ordnung und gewollt. Aber Ortsfremde? Die Antwort von Frank Albrecht, dem Finanzer im Gemeinderat, war eindeutig: „Wir können hier keine anderen Vereine durchziehen und subventionieren, als ob Geld keine Rolle spielt“, argumentierte er.

Doch so einfach gaben sich die Darter nicht geschlagen. Es sei sehr schwer, geeignete Räume zu finden. Ihre letzte Spielstätte hätten sie aufgegeben, weil der Gastwirt andere Gesellschaften, die mehr Umsatz versprachen, ihnen vorzog. „Es gibt eigentlich kein Team in der Liga, wo alle aus dem gleichen Ort kommen“, zeigte Robert Wunsch, um Verständnis werbend, auf. Man wäre auch bereit, anfallende Kosten zu übernehmen, wenn diese im Rahmen blieben, erbot er. Die Sitzung verließen beide Darter im Ungewissen. Die Gemeindevertreter wollten im nicht öffentlichen Teil noch beraten, ehe sie eine Entscheidung fällen.