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Darguns Klosterdamm bald für Monate dicht

Ob das den Ausweichverkehr aushält? Der Darguner Mühlenweg wird gerade fit gemacht für die Autofahrer, die in den nächsten Monaten die kürzere Umleitung um den Klosterdamm nehmen.
Ob das den Ausweichverkehr aushält? Der Darguner Mühlenweg wird gerade fit gemacht für die Autofahrer, die in den nächsten Monaten die kürzere Umleitung um den Klosterdamm nehmen.
Gerald Gräfe

Der Straßenbau in Neukalen ist noch gar nicht beendet, da beginnt in der Nachbarstadt Dargun eine lange Zeit des Ausnahmezustands. Die Umleitungen sorgen schon jetzt für Protest.

Autofahrer, die viel in und um Dragun unterwegs sind, sollten sich den 22. Juni schon einmal dick im Kalender anstreichen. An diesem Montag wird nämlich der Klosterdamm im Zuge der Landesstraße L 20 komplett gesperrt. Von Neukalen kommend wird der Verkehr weiträumig über Altkalen umgeleitet. Wie lange das andauert, kann Bent Russow vom Darguner Bauamt nicht sagen: „Das wurde mir noch nicht mitgeteilt.“ Dafür deutete Jens Krage als Leiter des Straßenbauamtes Neustrelitz vorab das Ende der Bauarbeiten für das erste, vielleicht auch erst das zweite Quartal 2016 an.

Krages Behörde ist Bauherr für den im 13. Jahrhundert errichteten Klosterdamm. Gleich drei Baustellen wird es hier in den kommenden Monaten geben: Die Straße mit den Regenwasser-Ableitungen wird komplett erneuert. Der derzeitige Abfluss des Klostersees an der Obermühle wird geschlossen, das Wehr zurückgebaut und an dieser Stelle die Fahrbahn wieder zweispurig gemacht. Am anderen Ende des Damms wird eine neue Brücke über den neuen Seeauslauf errichtet. Am 22. Juni soll gleich mit dem Abfräsen des alten Straßenbelags begonnen werden. Bei alledem, so Russow, werde der Zugang zur Kloster- und Schlossanlage und zum Hotel auf der anderen Dammseite gewährleistet bleiben. Das jedenfalls habe der Bauherr zugesagt.

Lkw-Fahrer fürchten weite Umwege

Eine innerörtliche Umgehung für den Verkehr wird nicht ausgeschildert, betonte Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann: Die Ortskundigen wüssten, dass sie über Altbauhof und den Mühlenweg die Baustelle umfahren können. Allerdings ist dies nur Fahrzeugen bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen erlaubt. Ausnahmen gelten für Linienbusse, Fahrzeuge der Landwirtschaft und Anlieger.

Und wie steht es mit der Glasower Brücke am anderen Stadtende aus? Sie führt über die Röcknitz, ist seit Jahren nur einspurig passierbar und darf nur von Fahrzeugen bis 30 Tonnen Gewicht befahren werden. „Wird die Begrenzung für die Dauer der Sperrung des Klosterdamms aufgehoben?“, fragt Truckfahrer Klaus Fritzsch aus Altkalen. „Wo sollen wir denn lang fahren, um nach Dargun rein zu kommen. Will man uns denn erst durch die halbe Welt schicken?“ Es könne nicht sein, dass er und seine Kollegen wieder „Weltreisen“ wie beim Straßenbau in Gnoien unternehmen sollen. Dazu war aus dem Straßenbauamt bisher noch keine Auskunft zu bekommen.