Was darf es denn sein zum Fest? Nordmann dunkel oder doch besser hell? Forstamts-Mitarbeiter Felix Neßler zeigt zwei B&a
Was darf es denn sein zum Fest? Nordmann dunkel oder doch besser hell? Forstamts-Mitarbeiter Felix Neßler zeigt zwei Bäume unterschiedlicher Farbschattierungen in der Weihnachtsbaum-Plantage bei Finkenthal, in der man sich seinen Baum wieder selbst schlagen kann. Torsten Bengelsdorf
Außergewöhnliche Tannen

Das Geheimnis der hellgrünen „Nordmänner”

O Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter: In die Weihnachtsbaum-Plantage bei Finkenthal hat sich eine ungewöhnlich helle Farbe eingeschlichen.
Finkenthal

So etwas haben die Förster ja nun auch noch nicht erlebt: Wenn sie am kommenden Sonnabend ihre Weihnachtsbaum-Plantage an der B 110 zwischen Gnoien und Dargun öffnen, dann müssen auch hier die Leute Maske tragen, wenn sie sich ihren Tannenbaum selbst schlagen. Abstand und Maske gelte beim Weihnachtsbaum-Verkauf auch in freier Natur, hat der Leiter des Darguner Forstamtes Rüdiger Neise festgelegt. Aber in diesem Jahr ist ja ohnehin alles anders. Kein Glühweinstand, kein Wild am Spieß, keine Dekoration und auch keine Jagdhornbläser – alles, was in den vergangenen Jahren die Leute in Scharen zum Forsthof in Finkenthal zum Tannenbaum-Markt gezogen hat, darf diesmal nicht sein. Nur der Verkauf der Tannenbäume am Sonnabend von 9 bis 15 Uhr auf dem Forsthof ist geblieben. „Es tut uns leid, dass das stimmungsvolle Gesamtambiente diesmal etwas verloren geht“, sagt Neise. Doch wer will, kann sich immerhin auch noch portioniertes Wildfleisch für das Festtagsmahl mitnehmen. Und damit nun nicht so viele Leute auf einmal kommen, bietet der Forsthof die Tannenbäume auch an allen anderen Tagen bis zum Fest – außer am Sonntag – jeweils von 7 bis 15.30 Uhr an.

Wer am Sonnabend aber die Plantage an der B 110 bei Finkenthal vorzieht, der wird hier sein grünes Wunder erleben. Schon von weitem unverkennbar. Einige der Nordmanntannen tragen nicht unbedingt die gewohnt dunklen Nadeln, sondern fallen eher durch eine hellgrüne Farbe auf. Das Phänomen hatte sich bereits in den vergangenen zwei Jahren abgezeichnet, doch noch nie so deutlich wie zu dieser Weihnachtszeit. Die etwas helleren Tannen seien in den Vorjahren schon gern genommen worden, berichtet der Forstamtsleiter und rechnet damit, dass sie nun erst recht der Renner in den weihnachtlichen Wohnstuben werden könnten. „Die Masse ist dunkelgrün. Da sind farbliche Variationen ziemlich gefragt“, sagt Rüdiger Neise. O Tannenbaum, du kannst mir sehr gefallen – auch im hellen Grün.

Farbschattierung durch Nährstoffmangel

Doch wie ist nun die Blassheit unter den Tannenbäumen zu erklären? Eigentlich wollten die Forstleute gar nicht so helles Tannengrün, weshalb sie ihrer Weihnachtsbaum-Plantage bereits Magnesium beisteuerten. Die unterschiedlichen Farbschattierungen seien nämlich auf einen Nährstoffmangel zurückzuführen. Die ehemalige Ackerfläche, auf der die Tannenbäume wachsen, habe an einigen Stellen zu wenig Magnesium. Dieser Effekt sei noch durch die Trockenheit der vergangenen Jahre verstärkt worden, das wenige Magnesium habe sich kaum in Wasser lösen können, was aber Voraussetzung ist, damit es die Tannenbäume als Nährstoff aufnehmen können.

Ob nun hell oder dunkelgrün – die Preise für die Nordmänner sind die gleichen wie in den Vorjahren. Im Schnitt kostet der Baum 25 Euro. Im Forstamt Dargun gibt es ihn mit Nadel-Garantie. Sollte die Tanne vorzeitig nadeln, kann sie bis zum 23. Dezember 14 Uhr noch umgetauscht werden. Die Reklamationsquote bei den Christbäumen ist aber äußerst gering. In den vielen Jahren, in denen das Forstamt schon Weihnachtsbäume verkauft, sei laut Rüdiger Neise erst eine Tanne dabei gewesen, die ihre Nadeln nicht bis zum Fest halten konnte.

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