Derzeit ein Dauerzustand im Tiergarten. Der Aufzug zum Aussichtsturm funktioniert nicht.
Derzeit ein Dauerzustand im Tiergarten. Der Aufzug zum Aussichtsturm funktioniert nicht. Eckhard Kruse
Die vier Koniks dürfen in der besucherstarken Zeit nicht mehr frei laufen.
Die vier Koniks dürfen in der besucherstarken Zeit nicht mehr frei laufen. Landesforst
Ivenacker Eichen

Defekter Aufzug am Baumkronenpfad ärgert Besucher

Der Baumkronenpfad hat sich seit 2017 zu einer Touristenattraktion im Ivenacker Tiergarten entwickelt. Bescuher ärgern sich aber über ein technisches Dauerproblem.
Ivenack

Wenn Besucher in dieser Saison in den Ivenacker Tiergarten kamen, dann mussten sie erneut den Hinweis am Eingang lesen: „Aufzug heute außer Betrieb.” Das Forstamt Stavenhagen bat auch gleich um Verständnis für die Maßnahme. Für die Touristen und Einheimischen war es aber trotzdem ärgerlich, dass sie den Fahrstuhl über weite Strecken nicht nutzen konnten. Schließlich ist gerade der Turm mit der finalen Aussicht der Höhepunkt des Baumkronenpfads, der seit der Eröffnung im Jahr 2017 zu einer Touristenattraktion geworden ist.

Seitdem strömen jährlich zwischen 100 000 und 120 000 Besucher in den Tiergarten, um die Tausendjährigen Eichen zu bestaunen und um über den Höhenpfad zu wandeln. Tendenz steigend. „Auch in diesem Jahr hatten wir wieder Tage mit mehr als 1000 Besuchern”, sagte Ralf Hecker, Leiter des Forstamts Stavenhagen. Die besucherstärksten Tage habe es Ende Juli und im August gegeben.

Fahrstuhl war die meiste Zeit defekt

Den Aussichtspunkt konnten die Gäste zumeist aber nur über die zahlreichen Treppen erklimmen. Rollstuhlfahrer, Familien mit Kinderwagen und Senioren, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, hatten das Nachsehen. Manch einer merkte das kritisch in Online-Foren an. Denn der Fahrstuhl war in diesem Jahr die meiste Zeit defekt. So notierte das Forstamt auf seiner Internetseite: „Der Aufzug ist aufgrund technischer Störungen bis auf Weiteres außer Betrieb.” Anders als im 2020 sollen dieses Mal aber wenigstens keine Besucher in dem Fahrstuhl stecken geblieben sein.

Doch das dürfte ein schwacher Trost für das Forstamt sein. Denn es kämpft nun mit dem Hersteller, damit der Aufzug dauerhaft und verlässlich funktioniert. „Es muss an der elektronischen Steuerung liegen”, vermutete Ralf Hecker. Für die Besucher und auch für die Forstleute sei dieser Zustand gleichermaßen ärgerlich. Es gebe zwar Regressansprüche. An Turm und Fahrstuhl seien aber mehrere Gewerke eingebunden gewesen. „Wir werden deswegen ein Gutachten in Auftrag geben, um herauszufinden, wer für den Schaden zuständig ist”, sagte er. Danach werde man weiter sehen. Hecker rechnet aber nicht damit, dass der Fahrstuhl zum Saisonbeginn wieder funktionieren wird.

Wildpferde müssen ferngehalten werden

Auch mit den vier Wildpferden, die seit April im Tiergarten zu Hause sind, lief nicht alles so, wie es sollte. Anders als die scheuen Mufflons und das Damwild sind die Koniks nämlich sehr zutraulich. Sie gingen auf die Gäste zu. „Manche Besucher passen auf ihre Kinder aber nicht so auf”, sagte Hecker. Sie vergaßen, dass es sich trotzdem um wilde und auch schwere Tiere handelt. Auf der Internetseite warnte das Forstamt, dass die Besucher die Tiere nicht bedrängen, Abstand halten und nicht füttern sollen. Das artete offenbar aus. „In manchen Fällen hätte es nur noch gefehlt, dass Leute sich draufsetzen”, meinte er. Da habe das Forstamt zum Schutz der Besucher und der Tiere für mehr Sicherheit sorgen müssen. „Die Pferde werden nun von April bis Oktober auf einer eigenen Koppel stehen”, sagte er. Denn dann kommen die meisten Besucher. Nur von November bis März dürften die Koniks frei im Tiergarten unterwegs sein.

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