Observatorium

Denkmalbehörde stoppt Pläne für Sternwarten-Anbau

In Anlehnung an das historische Observatorium sollte in Remplin ein Mehrzweckgebäude entstehen. Doch niemand weiß genau, wie dieses Observatorium einmal aussah.
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Der Turm war früher einmal nur ein kleiner Teil der Rempliner Sternwarte, zu der auch ein imposantes Observatorium gehörte. Wie es genau ausgesehen haben könnte, darüber gibt nur ein Aquarell Auskunft, von dem niemand weiß, ob darauf das Original zu sehen ist. Torsten Bengelsdorf
Remplin

Ein Aquarellbild aus dem Jahr 1857 zeigt die ganze Pracht des Rempliner Sternwarten-Observatoriums, von dem heute nur noch der Turm erhalten geblieben ist. Das Hauptgebäude war dagegen bereits 1859 abgerissen worden. Mehr als 160 Jahre später schien es nun möglich zu sein, an dieses in Mecklenburg einmalige Bauwerk anzuknüpfen und in Anlehnung an das einstige Observatorium am Sternwartenturm ein neues Gebäude zu errichten. Malchins Bürgermeister Axel Müller (CDU) sprach im Sommer des vergangenen Jahres von der Gelegenheit, das historische Ensemble wieder herzustellen. Allerdings ging es ihm vor allem darum, die beiden Container der Forellen- und Karpfenangler in Sichtweite des Sternwarten-Turms verschwinden zu lassen, die ganz und gar nicht zur historischen Parkanlage passen wollen. Für die Angler von der Teichanlage am Fuße der Sternwarte war denn auch der untere Teil des geplanten Neubaus reserviert. Die Räumlichkeiten darüber sollte der Sternwarten-Verein nutzen können.

Das hat die Denkmalschützer auf den Plan gerufen

Die Denkmalpflege hatte diese Pläne von Anfang an offenbar sehr skeptisch betrachtet. Es dürfe eben gerade nicht der Eindruck erweckt werden, dass hier das historische Observatorium neu entstehen solle. Das wäre wohl auch nicht geschehen, da bei dem neuen Gebäude mit viel Glas gearbeitet worden wäre.

Doch nun haben die Denkmalschützer den Bauplan aus dem Malchiner Rathaus noch einmal etwas genauer geprüft und das Vorhaben gestoppt, wie der Bürgermeister jetzt berichtet. Zum einen habe die Denkmalbehörde ein Problem damit, dass die nach historischem Vorbild nachgebaute Wendeltreppe am Sternwarten-Turm verdeckt werden könnte. Offenbar aber noch viel bedeutsamer für die Denkmalschützer: Niemand weiß genau, wie das Observatorium wirklich einmal ausgesehen hat. Fotos von dem Bauwerk existieren nicht, immerhin steckte die Fototechnik zur damaligen Zeit noch in den Kinderschuhen. Und das Aquarell von 1857? Ob das Bild tatsächlich das damalige Observatorium originalgetreu wiedergibt oder der Maler vielleicht doch mehr die Fantasie spielen ließ, kann offenbar niemand mit Gewissheit sagen. Das Urteil der Denkmalbehörde ist deshalb eindeutig: An oder unmittelbar um den denkmalgeschützten Turm darf nichts gebaut werden.

Ein anderer Ort für die Angler

Vom Tisch sind die Pläne aus dem Malchiner Rathaus damit aber noch nicht. „An einem anderen Standort wäre es durchaus möglich, für die Angler ein neues Gebäude zu errichten, vielleicht dort, wo jetzt die Container stehen“, stellt sich Bürgermeister Müller vor. Allerdings werde hier der Neubau wohl etwas kleiner ausfallen. Die Stadt will hierfür Gelder aus dem Leader-Förderprogramm einsetzen. Wenn für Remplin damit nun auch nicht gleich ein neues Observatorium herausspringt, so sollen doch zumindest die Angler ein ansehnliches Domizil bekommen, das auch zur Rempliner Parkanlage passt.

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