Pendlerfrust

Der lange Weg zur Arbeit wird immer teurer

Ricarda Düvier arbeitet im zehnten Jahr als Sachbearbeiterin im MV-Landtag. Dafür fährt sie fast täglich 280 Kilometer. Auf die Kraftstoffpreise mag sie derzeit gar nicht schauen.
Ricarda Düvier pendelt fast jeden Tag zwischen Pribbenow und der Landeshauptstadt Schwerin.
Ricarda Düvier pendelt fast jeden Tag zwischen Pribbenow und der Landeshauptstadt Schwerin. Privat & Rainer Jensen
Pribbenow

Das frühe Aufstehen und das späte Nachhause-Kommen, beides gehört im Leben von Ricarda Düvier dazu. Jeden Morgen steht sie um 4 Uhr in Pribbenow auf. Um 5 Uhr startet sie ihren Pkw, um von dem Stavenhagener Ortsteil zur Arbeit nach Schwerin zu fahren. Es sind 139 Kilometer Fahrt und im Schnitt zwei Stunden bis zu ihrem Job in der Landtagsfraktion der Partei „Die Linke” in Schweriner Schloss. Dazu kommen zwei Stunden für die Rückfahrt, wenn es nicht gerade Baustellen gibt. So ist sie immer gegen 18.15 oder 18.30 Uhr zu Hause.

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Sie möchte ihren Job in der Landeshauptstadt nicht missen. „Ich arbeite im zehnten Jahr in Schwerin. Doch ich bin noch nie mit einem unguten Gefühl zur Arbeit gefahren”, betont Düvier. Sie habe so tolle Kollegen, ein gutes Arbeitsklima und würde den Job als Sachbearbeiterin für Finanzen und Personal nie aufgeben wollen. Ihre Chefin ist die Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg, die momentan in Koalitionsverhandlungen steckt. Auch mit ihr habe sie einen sehr guten Kontakt.

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Doch wenn Ricarda Düvier derzeit auf die Kraftstoffpreise schaut, die dermaßen in die Höhe geschnellt sind, beschleicht sie ein ziemlich mulmiges Gefühl. „Dann wird einem richtig schlecht”, sagt sie. Vor ein paar Wochen gab die Pribbenowerin noch 70 Euro pro Woche für Diesel aus. Nun seien es schon 110 Euro. Das macht ein Plus von 40 Euro. „Autofahren wird bald zum Luxus”, sagt sie. Denn auch Ersatzteile und Reparaturen würden teurer. Durch all diese Mehrkosten habe sie wenig Verständnis für Ideen, die Pendlerpauschale abzuschaffen.

Zugfahren? „Keine Option für mich”

Meistens arbeitet sie vier Tage in der Woche in Schwerin und einen Tag im Homeoffice. In den Wochen, in denen der Landtag Sitzungswochen hat, müsse sie aber alle fünf Tage in Schwerin anwesend sein. Die 42-Jährige weiß zwar, dass sie von Stavenhagen auch mit dem Zug fahren könnte. „Zugfahren ist aber keine Option für mich”, erläuterte sie.

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Man müsse immer umsteigen, entweder in Bützow oder in Bad Kleinen, um nach Schwerin zu kommen. Im Winter, wenn bei Schneefall auch mal Züge ausfallen, stehe man schnell auf einem dieser Bahnhöfe und müsse auf den nächsten Anschlusszug warten, findet sie. Das sei bei Wind, Wetter und Kälte keine Option. Erst recht nicht, wenn sie dann noch zu spät zur Arbeit kommt. Dann bleibe für sie nur die Fahrt mit dem Auto.

Froh über kurze Sitzungen

Eine Zeit lang war Ricarda Düvier auch Stadtvertreterin für die Linken in der Reuterstadt Stavenhagen. Derzeit ist sie im Sozialausschuss der Stadtvertretung aktiv und hat zuletzt auch über die Möglichkeiten für die beiden Jugendklubs nachgedacht. Das ist für sie wichtig. Doch bei solchen Sitzungen ist sie auch immer froh, wenn sie am Abend nicht allzu lange dauern. Denn am nächsten Morgen geht es um 5 Uhr wieder los nach Schwerin.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Pribbenow

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Kommentare (13)

Hat sich die gute Frau mal überlegt, wie viel Lebenszeit sie für das Autofahren aufbringt? Es ist einfach nur krass...

muss man nicht mit der Lupe suchen. Es ist so groß, dass man drüber stolpert. Wieviele Haktar Land braucht diese Frau (umgerechnet), um ihr Leben zu bestreiten?! Eine Frage, die sich jeder selber einmal stellen sollte.

alle anderen sollen Bus und Bahn nutzen. Nur die Parteigenossen möchten nicht morgens in den Zug steigen, um nur nicht das tägliche Elend miterleben zu dürfen. Bei erfolgreicher roter Politik wird das Volk in Zukunft froh sein, nicht barfuß zur Arbeit marschieren zu können.

Wenn man unter diesen Umständen nicht zumindest an den meisten Tagen den Zug nutzt, dann ist der Diesel noch nicht teuer genug. Und was für ein Risiko jeden Tag bei der Strecke. Dann lieber Zug fahren & Buch lesen. Der Job ist sicher toll, aber als Linke mit solchen Aussagen in die Zeitung… Bärendienst.

Schließlich wird ihr wohl üppiges Gehalt ja auch von den so hohen Energie und C02 Steuern bezahlt. Außerdem ist Ihre Partei ja jetzt an der Macht, dann können die ja statt das Geld in Harz IV zu investieren einen neuen Verkehrswegeplan für MV durchsetzen, wo die Züge nicht mehr als ne Stunde nach Schwerin und Rostock brauchen und nur geringes Geld kosten, für alle die arbeiten gehen, und nicht nur für Leute die keine Lust haben zum arbeiten!

Aufwand Nutzen? Das ist Diskrepanz in Perfektion. Ob hier der tägliche Rufbus hilft?

Spritpreise steigen - Rufe nach staatlichen Eingriffen.

Staat wirbt für öffentlichen Nahverkehr - Kommunismus11!!!11!1

Offenbar haben nur die wenigsten den Artikel gelesen.
Die Dame selbst beschwert sich über die hohen Spritpreise "da wird einem schlecht " ,ist gegen die Abschaffung der Pendlerpauschale und möchte keine Stunde in der Bahn verbringen.

Aber weil in dem Artikel irgendwo die Worte links und Partei auftauchen,Kommunismus 1!!!11!1!

Aber in anderen Dingen soll der Staat doch bitte eingreifen.

KOMMuNiSMUs111!!!1!!1

Du siehst nur noch rot.

überqualifiziert ist bzw. alle gut dotierten Jobs schon besetzt sind, muss man halt in die größere Stadt reisen.
Ein gutes Beispiel dafür, welche Folgen Stadtflucht auf Grund der hohen Mieten haben kann.
Sollten sich mal Linksgrüne detailliert reinziehen!

Warum habt ihr nicht mal einen Mensch aus der normalen Schicht gefragt wie es ihm mit den Benzinpreis geht? Was ihr hier betreibt ist politische Werbung für links. Aber passt zu euch Einmal links immer links (Freie Erde).

Die Dame kann sich ja einen neuen Posten besorgen, werden doch laut Arbeitsamt sooo viele Arbeitskräfte gesucht, z.B. als Servicekraft(geht auch ungelernt) ...
aber dann gibts keine fetten Tantimen mehr aus dem Steuersäckerle.

...wer täglich 280 km in einer Dieselschleuder sitzend die Luft verpestet, gehört bestraft und nicht bemitleidet. Wie dumm kann man denn bitte sein, sich hier auch noch freiwillig zu outen? "Soeine Pottsau!" hätte Omma jetzt wieder gesagt. Schämen sollte sich diese Person! Und wenn sie weiterhin so rumsaut, ist es an der Tanke wohl noch immer nicht teuer genug!

und den Rest der niveaulosen Beschimpfungen hätteh Sie sich klemmen können, liebste Barbara.
Schämen muss sich hier garkeiner.
Es gibt immer noch Kraftfahrzeuge mit unterschiedlichen Antriebsarten und ein moderner Diesel stößt nur in der Phantasie linksgrüner Bommelmützen klumpenweise Dreck, CO2 und womöglich auch noch kleine Holzstückchen aus...
Nicht jedem ist es geschenkt, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Aber die Dame - wie oben beschrieben - häte doch schon längst umziehen können.
Wahrscheinlich gibt's dann aber keine lohnende "Ortszulage" mehr...