Hannes Klück ist tagtäglich auf den Wanderwegen in der Gemeinde Lelkendorf unterwegs und beseitigt illegalen Mü
Hannes Klück ist tagtäglich auf den Wanderwegen in der Gemeinde Lelkendorf unterwegs und beseitigt illegalen Müll. Nadine Schuldt
Den Abfall aus der Natur transportiert Hannes Klück zu sich nach Hause, wo er in der entsprechenden Mülltonne entsor
Den Abfall aus der Natur transportiert Hannes Klück zu sich nach Hause, wo er in der entsprechenden Mülltonne entsorgt wird. Mitunter meldet er der Gemeinde auch den Müll-Standort, weil er nicht alles transportieren kann. Nadine Schuldt
Abfall

Der mühsame Kampf gegen die Müll-Sünder im Wald

An den Wanderwegen rund um Groß Markow liegt immer wieder Müll in den Sträuchern. Ein Einwohner sorgt unermüdlich für Sauberkeit.
Lelkendorf

Alte Radios und Fernseher, ausgebaute Waschmaschinen, Teppiche und immer wieder Plastebehälter – Hannes Klück hat an den Wanderwegen rund um Groß Markow schon allerhand Müll gefunden. Und auch weggeräumt. „Ich freue mich immer, wenn ich eine Ecke wieder sauber gemacht habe“, sagt der 68-Jährige, der dieses Engagement seit fast 30 Jahren durchzieht. Er sei naturverbunden und möchte, dass die Wanderwege sauber seien, gegründet er seine Aktionen.

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Mühsames Engagement für die Umwelt

Erst an diesem Donnerstag habe er einen ausgedienten Kaffeespender, einen großen Plastebehälter und anderen Plaste-Kleinkram aus den Sträuchern am Pohnstorfer Weg geholt. Meistens nehme er den Abfall in seinem Kia mit und entsorge ihn dann in der entsprechenden Mülltonne auf seinem Grundstück.

Von Müll-Sündern fehlt jede Spur

Doch vor rund drei Wochen ging das nicht. Da musste er Bürgermeister Steffen Bargholz Bescheid geben. „Es waren etwa anderthalb Kubikmeter Abfall am Pohnstorfer Weg abgeladen worden“, sagt Hannes Klück, der leere Kanister, zusammengerollte Teppiche und anderen Einrichtungsmüll gefunden hatte. Das Gemeindeoberhaupt war über die Menge an Müll so erschrocken, dass er den Vorfall sogar in der Gemeindevertretersitzung thematisierte und den Abgeordneten ein Bild des Müllhaufens zeigte. Leider fehle von den Verursachern bislang jede Spur.

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Auch in anderen Fällen konnten die Müll-Frevler nicht ausfindig gemacht werden, so Bargholz. Er sei froh, dass er den Hinweis von Hannes Klück erhielt. „Er ist einer der Wenigen, die die Umwelt von Müll befreien“, erklärt das Gemeindeoberhaupt. Sogar den Teich in Groß Markow habe er vor Kurzem von Unrat gesäubert. Er ist ein G(K)lücksfall für Groß Markow, so Bargholz mit einem Schmunzeln. Er freue sich, dass Hannes Klück permanent für saubere Wanderwege in der Gemeinde unterwegs ist.

Protest gegen gefällte Bäume

Das war nicht immer so. Hintergrund seinerzeit waren Baumpflanzungen von Klück am Weg von Groß Markow nach Ludwigsdorf. Diese Alleebäumchen störten jedoch die Pflanzen auf dem angrenzenden Feld eines Landwirten und wurden deshalb größtenteils entfernt. Nach dem jahrelang schwelenden Zwist beendete Klück seine Müllsammel-Aktion. Steffen Bargholz bedauerte diese Entscheidung. Deshalb suchte er, nachdem er 2019 Bürgermeister geworden war, den Kontakt zu Hannes Klück und überzeugte ihn, wieder aktiv zu werden.

Schließlich begann Hannes Klück wieder mit dem Einsammeln des Mülls. „Mir ist wichtig, dass man sich in seiner Heimat wohlfühlt und die Natur Natur sein lässt“, erklärt er. Es rege ihn auf, dass einige Leute ihr Zeug einfach so in die Natur schmeißen. „Noch mehr regt mich aber auf, dass die meisten Leute einfach an dem weggeworfenen Müll vorbei gehen“, sagt er. So höre er zwar anerkennende Worte von den Leuten, wenn sie ihn beim Müllsammeln treffen. Doch mithelfen, das mache eigentlich niemand, bedauert Hannes Klück.

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Kommentare (1)

...nicht erlaubt. Sofort erschießen würde schnell helfen. Ist aber nicht erlaubt.