GRUNDEIGENTÜMER ABGETAUCHT

Detektivarbeit soll Radweg-Lücke bei Malchin schließen

Ein Grundeigentümer aus Südbrandenburg bremst den Radwegebau an der B104 zwischen Malchin und Stavenhagen aus. Er meldet sich einfach nicht. Das Straßenbauamt greift deshalb zu einer ungewöhnlichen Maßnahme.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Damit Radfahrer nicht monate- oder jahrelang durch Sand fahren müssen, lässt das Straßenbauamt Neustrelitz an der B104 bei Malchin jetzt ein Provisorium bauen.
Damit Radfahrer nicht monate- oder jahrelang durch Sand fahren müssen, lässt das Straßenbauamt Neustrelitz an der B104 bei Malchin jetzt ein Provisorium bauen. Eckhard Kruse
Malchin.

So einen Reinfall hat Jens Krage, Leiter des Straßenbauamts in Neustrelitz, noch nicht erlebt. Im fast fertiggestellten Radweg zwischen Malchin und Stavenhagen klafft eine Lücke von etwa 80 Metern. Statt einer glatten Asphaltpiste gibt es nur Sand und Erde. Und das nur, weil ein Grundstückseigentümer seine Fläche noch nicht verkauft hat.

Dabei hatte der Eigentümer fest zugesagt, dass er das Grundstück verkaufen möchte, betonte Krage. „Er hat abgelehnt, einen Bauerlaubnisvertrag zu schließen.“ Das habe man mit den anderen Eigentümern getan. Der Mann aus Südbrandenburg wollte dagegen sofort verkaufen. Bis zum Notarvertrag habe auch alles gut geklappt. Zum Unterzeichnen schickte der Verkäufer dann aber nur einen Bevollmächtigten. Seit mehreren Wochen wartet das Straßenbauamt nun schon auf eine schriftliche Bestätigung des Kaufvertrags durch den Grundeigentümer.

Provisorium am Fahrbahnrand

Deswegen hat das Straßenbauamt entschieden, ein Provisorium für die Radfahrer zu bauen. Der Weg schlängelt sich damit wie schon an einer zweiten Stelle durch die Straßenbäume hindurch, verläuft dann direkt an der Fahrbahn und führt wieder auf den asphaltierten Radweg zurück. Damit könnte der Radweg im August endlich freigegeben werden, hofft der Behördenleiter.

Für Jens Krage bleibt es aber ein Rätsel, warum der Eigentümer sich nicht meldet. Er könnte erkrankt oder sogar verstorben sein, überlegte er. Das Straßenbauamt habe darüber keine Informationen erhalten. Eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer habe das Straßenbauamt leider nicht. Das sei in der Regel kein Problem. Nun gehe es aber nicht weiter.

Mitarbeiter soll Mann in Brandenburg suchen

Der Behördenleiter will der Sache aber auf den Grund gehen. Wahrscheinlich wird er einen Mitarbeiter für ein oder zwei Tage in den Süden von Brandenburg schicken. Auf den wartet ein Stück Detektivarbeit. Denn er soll erkunden, warum der Eigentümer sich nicht meldet. Erst danach könne die Behörde entscheiden, ob es doch noch mit dem Lückenschluss klappt, ob man ein Enteignungsverfahren anstrebt oder ob man es bei dem Provisorium belassen wird.

Wenn der Radweg doch noch an der vorgesehenen Stelle gebaut werden kann, rechnet Krage mit Mehrkosten in fünfstelliger Höhe, also mindestens 10 000 Euro. Bei einem Enteignungsverfahren würde es weitere Kosten geben. Vorzuwerfen haben sich die Mitarbeiter des Straßenbauamts und auch er selbst nichts, betonte Krage. „Die Alternative wäre gewesen, den Radweg nicht zu bauen“, sagte er. Doch das sei im Sinne der Verkehrssicherheit für Radfahrer auf der B104 keine Option gewesen.

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