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Die Wohnung zu Café und Hofladen umgebaut

Hauptsache aus der Region: In ihrem Hofladen in Dahmen vertreibt Birgit Klinders Familie neben Produkten ihres Biobauernhofs fast ausschließlich Leckereien und Kunsthandwerk aus unmittelbarer Nachbarschaft. [KT_CREDIT] FOTO: Greisert

VonMathias GreisertErst drei Jahre und doch längst kein Geheimtipp mehr: Mit Hausgebackenem und Produkten aus der Region bringt der Biobauernhof Klinder in ...

VonMathias Greisert

Erst drei Jahre und doch längst kein Geheimtipp mehr: Mit Hausgebackenem und Produkten aus der Region bringt der Biobauernhof Klinder in Dahmen Touristen und Einheimische gleichermaßen auf den Geschmack.

Dahmen.Inzwischen sei der Laden schon fast zu klein, sagt Bernd Klinder. Auf 16 Quadratmetern drängen sich im Bauernhaus seiner Familie am Ortsrand von Dahmen farbenfrohe Blechvögel, Kerzenhalter aus Treibholz und buntes Keramikgeschirr. In einer Ecke außerdem verschiedene Teesorten, Honig und Marmelade, in einem Kühlregal Wurst und Schmalz. Alles handgefertigte Produkte von Bekannten aus der Region.
„Zuerst sollte ich vom Küchenfenster aus Eis verkaufen“, erinnert sich Klinders Frau Birgit lachend an die ersten Überlegungen für ein Geschäft auf dem Hof. Ihre Schwiegermutter sollte dazu Kuchen backen. An die 20 Jahre hätten sie so immer wieder mit dem Gedanken an einen eigenen Laden gespielt.
1936 aufgesiedelt, nach dem Krieg Teil der LPG, verpachtete die Familie ihre Flächen nach dem Ende der DDR zunächst an andere Landwirte. 1999 entschied sich Bernd Klinder, den elterlichen Hof als Biobauernhof selbst zu bewirtschaften. Bis heute baut er hauptsächlich Kartoffeln an und mästet Ochsen. „Kartoffeln, Eier und Äpfel haben wir schon immer selbst vermarktet“, sagt er. Nur ein richtiger Verkaufsraum habe immer gefehlt.
„Zum Glück haben wir dann gleich Nägel mit Köpfen gemacht“, legt Birgit Klinder ihrem Mann lächelnd die Hand auf die Schulter. 2010 bauten sie dafür ihre frühere Wohnung komplett um. Das einstige Wohnzimmer wurde zum Hofladen, Kinder- und Schlafzimmer zu den Gasträumen des Hofcafés.
Hier kommt der eigentliche Verkaufsschlager der Familie auf den Tisch: selbstgebackene Torten und Kuchen. Bis heute die ersten Gäste kommen, ist noch etwas Zeit. In ihrer Küche schlägt Birgit Klinder Sahne für ein Stachelbeerbaiser. In gläsernen Kühlregalen warten schon Frankfurter Kranz, Quarkkuchen und Schwarzwälder Kirschtorte. Ihr Café erfreut sich mittlerweile so großer Beliebtheit, dass Birgit Klinder regelmäßig ihre Mutter Waltraud Ladwig, Tochter Julia und Nichte Annika mit einspannt. Nicht zu vergessen Mitarbeiterin Angela Klebig.
Gerade erst habe ein Gast aus Hessen unbedingt eine ihrer Mohn-Marzipan-Torten mit nach Hause nehmen wollen, lächelt Bernd Klinder stolz zu seiner Frau herüber. Er sei sogar extra nach Malchin gefahren und habe sich einen Tortenbehälter nebst Kühlbox besorgt.

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m.greisert@nordkurier.de