EINZELHANDELSKONZEPT ERWEITERT

Diskussion um neue Verkaufsflächen in Stavenhagen

Stavenhagen hat sein Einzelhandelskonzept aktualisiert. Doch bevor die Stadtvertreter dem neuen Papier zustimmten, entbrannte eine Debatte um Pläne auf dem Gelände der alten Immergut-Fabrik.
Das alte Immergut-Gelände in Stavenhagen ist jetzt Teil eines weiterentwickelten Einzelhandelskonzeptes, das die Stadtver
Das alte Immergut-Gelände in Stavenhagen ist jetzt Teil eines weiterentwickelten Einzelhandelskonzeptes, das die Stadtvertreter am Donnerstagabend beschlossen haben. Hier will Netto einen größeren Markt bauen. Kirsten Gehrke
Stavenhagen.

Die Innenstadt mit Handel zu beleben, davon sollte sich Stavenhagen trennen. „Kleine Geschäfte haben kaum noch eine Chance“, sagte Stadtvertreter Dietmar Dumjahn (Die Linke). Das Internet sei eine zu große Konkurrenz. Das Zentrum könne nur noch mit kulturellen Ideen aufgepeppt werden, ergänzte sein Parteikollege Egdar Golisch und nannte ein Beispiel eines Unternehmers, der das geschafft habe. Der habe ein Kartoffelfest organisiert, wo man neugierig war, hinzugehen. Für die Innenstadt gehe mehr nicht. Solche Initiativen seien gefragt.

Einzelhandel als Magnetwirkung

Den geplanten Einzelhandel auf dem alten Immergut-Gelände könnte man indes als Magnetwirkung sehen, Leute in die Stadt zu ziehen. „Mehr Innenleben bekommen wir als Stadtvertretung nicht hin“, so Golisch. Mit Netto habe Stavenhagen Glück, dass ein Unternehmen die Industrieruine an der B 104 übernehmen und vorantreiben wolle. Wenn die alte Molkerei nicht übernommen werde, wisse er nicht, wie diese Industriebrache in zehn Jahren aussehen würde. Die alte Immergut-Fabrik war in ein weiterentwickeltes Einzelhandelskonzept für Stavenhagen aufgenommen worden, das im Stadtparlament am Donnerstagabend verabschiedet wurde. Damit unterstützen die Parlamentarier nun das Vorhaben des dänischen Unternehmers. Der will die alten Anlagen der Molkerei abreißen und einen größeren Netto-Markt auf der Fläche bauen. Im alten Markt könnten Drogerie und Getränkemarkt einziehen. Auch Wohnungen sind auf dem Areal geplant.

Platz für Wohnbebauung gelassen

Vorangegangen war ein Einwand von Michael Kokel (CDU). Er fragte sich, ob Stavenhagen 700 Quadratmeter mehr Verkaufsfläche im Einzelhandelskonzept braucht, wo doch überall Geschäfte bereits leerstehen, ob im Zentrum oder im Ekz „Reutereiche“. Er halte es für wichtiger, mehr Wohnraum zu schaffen und damit Lebensqualität. In den letzten Jahren habe man in der Stadt eine Entwicklung gehabt, die nicht so gelaufen sei. Primär sollte man bezahlbares junges Wohnen fördern. Dumjahn indes meinte, dass sie keinen anderen Markt verdrängen, wenn sie dem Einzelhandelskonzept zustimmen. Wohnungen würden ja auch entstehen. Mit dem Konzept lege die Stadt lediglich fest, wo sie Handel sehe, sagte unterdessen Detlef Hein (Reuterstädter Bürgerschaft). Details würden in der Planung entschieden und da habe das Parlament Mitspracherecht. Er finde es gut, dass man für die Industriebrache einen Investor gefunden hat, der auch Platz für Wohnbebauung gelassen hat. Das aber werde in dem Konzept nicht festgelegt. Man unterstütze damit aber eine Mischbebauung. Oliver Wickel (CDU) befürchtete jedoch, dass es Folgen für das Ekz haben werde, weil dort eine Drogerie rein sollte. Er forderte, dass sich Innenstadt-Team und Ekz-Team noch mal zusammensetzen sollten. „Aber die haben unterschiedliche Interessen“, gab Vize-Bürgermeisterin Berit Neumann zu bedenken. Bisher sei nie eingetroffen, was der Ekz-Betreiber vorgestellt hat. „Wie viel Jahre wollen wir noch auf eine Drogerie warten?“

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