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Fische in Teterow mussten geschlachtet werden

Lassen die Behörden sich in der Affäre um verendete Fische in der Stadtfischerei Teterow an der Nase herumführen? Diesen Verdacht äußern Angler nach einer Kontrolle.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Die an der Schwimmblase verletzten Fische sterben eines langsamen und qualvollen Todes, kritisieren Angler die Hälterpraxis am Teterower See.
Die an der Schwimmblase verletzten Fische sterben eines langsamen und qualvollen Todes, kritisieren Angler die Hälterpraxis am Teterower See. privat
Teterow.

Eine Woche nach dem Hinweis auf ein Fischsterben in einem Netz zur Hälterung von Silberkarpfen haben sich die Wogen keineswegs geglättet. Angler hatten in einem Netz der Stadtfischerei mehr als ein Dutzend Fische entdeckt, die mit dem Bauch nach oben auf dem Wasser trieben. Ihre Beobachtung hatten sie bei der Stadtverwaltung angezeigt. Daraufhin inspizierte eine Amtsveterinärin der Kreisverwaltung Güstrow am 6.  Dezember das besagte Netz .

Wie die Behörde auf Nachfrage des Nordkurier informierte, sei bei der Kontrolle lediglich ein toter Fisch in dem Netz festgestellt worden. „Die anderen 14 rücklings schwimmenden Fische waren lebendig. Nachdem das Netz mit den asiatischen Silberkarpfen bewegt wurde, fingen die Fische an zu schwimmen, die zunächst augenscheinlich wie tot mit dem Bauch nach oben im Wasser lagen“, heißt es in der Mitteilung aus Güstrow.

Vermutlich Schwimmblasen beschädigt

Dieses Phänomen war der Amtsveterinärin und dem Veterinäramt des Landkreises bis dato unbekannt. Nach Rücksprache mit einem Fachveterinär für Fische konnte eine Erklärung gefunden werden. Es handelt sich bei den Fischen um asiatische Silberkarpfen mit hohem Alter (schätzungsweise über 20 Jahre) und entsprechend hohem Gewicht bis zu 40 Kilogramm.

Bei diesen Karpfen könne es passieren, dass deren Schwimmblase beim Hieven des Fischereinetzes und dem dabei entstehenden Druckunterschied beschädigt wird. Infolgedessen können sich die Fische nicht mehr bäuchlings ausrichten und zeigen das beobachtete auffällige Verhalten. „Die Tiere waren schnellstmöglich einer Schlachtung zuzuführen, was zwischenzeitlich geschehen ist“, hieß es. Eine Nachkontrolle des Betriebes sei bereits anberaumt.

Landesangelverband eingeschaltet

Für die Beschwerdeführer ist das Thema damit allerdings nicht abgeschlossen. Sie verweisen darauf, dass die Silberkarpfen mindestens zwei Wochen in dem viel zu engen Netz gehalten wurden. Wiederholt seien verendete Tiere abgesammelt worden. Doch tags darauf hätten wieder verletzte Fische an der Oberfläche getrieben. „Die starben über Tage einen langsamen qualvollen Tod“, schildert Wolfgang Urban seine Beobachtung vom vergangenen Wochenende. Am Montag, bevor die Nachkontrolle anstand, seien die Netze wieder „sauber“ gewesen. Von einer tierschutzgerechten Hälterung könne keine Rede sein. Die Teterower haben mittlerweile den Landesangelverband über die Vorgänge informiert.

Hinweise auf Attacken gegen den Fischereibetrieb indes konnten nicht bestätigt werden. Stadtfischer Jens Düse hatte angegeben, dass seine Netze zerschnitten worden seien. Er sprach auch davon, dass jemand Säure in ein Netz gekippt hätte, woraufhin eine Menge Fische verendet seien. Weder im örtlichen Polizeirevier noch bei der Kreisverwaltung wurden aber derartige Vergehen angezeigt.

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