Mit einem rotierenden Rückenteil soll eine Illusion im Klostersee entstehen. Der Künstler Ian Wiskow will einen Drac
Mit einem rotierenden Rückenteil soll eine Illusion im Klostersee entstehen. Der Künstler Ian Wiskow will einen Drachen aus Darguns Sagenwelt zum Leben erwecken. Wie das gehen soll, kann man jetzt in der Kloster- und Schlossanlage erfahren. Torsten Bengelsdorf
Tourismus

Drache von Dargun lässt sich erstmals blicken

Ein Künstler stellt einen Prototypen seines Seeungeheuers vor, das er im Darguner Klostersee aussetzen will. Doch ob es hier wirklich ins Wasser darf, steht nicht fest.
Dargun

Post aus Dargun könnte demnächst die Gegend von Loch Ness in Schottland bekommen – mit einer ungeheuerlichen Nachricht: Nessi ist aufgetaucht. In Mecklenburg, im Klostersee. „Wäre doch schön, wenn wir von den vielen Millionen Umsatz, die die Legende von Loch Ness jedes Jahr bringt, ein paar abbekommen würden“, sagt Ian Wiskow. Der Künstler aus Stralsund ist ganz angetan von einer Sage, die er in einem Buch von Heinz Krüger fand und die den Titel trägt „Der Drache im Klostersee“. Gegenüber Loch Ness ist Dargun seit Pfingsten weit im Vorteil. In der Stadt am Klostersee ist von dem Seeungeheuer nämlich erstmals wirklich etwas zu sehen und zwar nicht nur irgendwelche verschwommenen Fotoaufnahmen. Wiskow hat einen Prototypen seines Fabelwesens in die Kloster-/Schlossanlage gebracht und erklärte hier am Wochenende im Rahmen von „Kunst:offen“, was es mit dem Drachen auf sich hat.

Ein bisschen Fantasie braucht es schon, um in der rotierenden Konstruktion wirklich die grässliche Kreatur auszumachen, die nicht nur Hirsche und Bären gefressen haben soll, sondern auch Jungfrauen. Was die Besucher der Schlossanlage zu sehen bekommen, ist ein sich drehendes Rückenteil aus Fiberglas mit vielen Schläuchen und Düsen. Drei dieser Unterwasserkonstruktionen sollen im Klostersee an der Seite des Klosterdamms auf und abtauchen und damit den Eindruck erwecken, dass sich der Drache in dem Gewässer frei bewegt. Die Technik mit einem Luftkompressor, einer Wasserpumpe und der Steuerung sollen in einer Art Entenhaus auf dem See untergebracht werden. Soweit der Plan.

Finanzierung aus Fördertöpfen möglich?

Doch Darguns Seeungeheuer muss auch bezahlt werden. Und so ein Drache kostet. Mit etwa 150 000 Euro rechnet Ian Wiskow. Der größte Teil der Summe soll aus dem Leader-Fördertopf kommen, den Antrag dafür soll die Stadt Dargun stellen. Doch was die Stadtvertreter von der Sagen-Gestalt halten, ist nach wie vor nicht bekannt. Zweimal wollte Ian Wiskow sein Projekt bereits den Abgeordneten vorstellen, doch beide Male kam etwas dazwischen. Nun soll dem Drachen Ende Juni die Stunde der Wahrheit in der Stadtvertretung schlagen. Wiskow hatte deshalb zum Wochenende auch einige Darguner Abgeordnete in die Schlossanlage zu seiner Präsentation eingeladen.

Eine Befürchtung kann der Drachenkünstler den Dargunern schon mal nehmen. Dass sein Ungeheuer die Wasserfontäne auf dem Klostersee verdrängt, sei nicht geplant. Und dann soll das Schuppentier natürlich auch „umweltverträglich“ sein.

„Ich finde, der Klostersee ist wie geschaffen für solch einen Drachen, der ja auch im Hinterland ein Schloss braucht“, meint Ian Wiskow vor seinem Prototypen in der Kloster-/Schlossanlage. Das Tierchen könnte viele Besucher anlocken, die im Moment auf der Fahrt nach Usedom oder Rügen über die Autobahn 20 noch einen Bogen um Dargun machen. „Dargun braucht dafür einen Magneten. Und ich glaube, es ist gar nicht so schwer, die Leute hierher zu locken.“ Mit einem mecklenburgischen Gegenstück zum schottischen Nessi.

Die Ausstellung „Dargun. Sagenhaft“ ist noch bis zum 26. Juni in der Kloster- und Schlossanlage zu sehen.

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