Die Malerin Mari Carmen Fernández Rivera hat dem Drehorgelspieler Jörg Perleberg ein "Denkmal" gesetzt und ein Aquarell von ihm gemalt. Es ist bereits verkauft.
Die Malerin Mari Carmen Fernández Rivera hat dem Drehorgelspieler Jörg Perleberg ein "Denkmal" gesetzt und ein Aquarell von ihm gemalt. Es ist bereits verkauft. privat
Würdigung

Drehorgelspieler in Aquarell verewigt

Jörg Perleberg ist mit seiner Drehorgel im Winter aus seiner spanischen Wahlheimat nicht wegzudenken. Dort wurde ihm nun eine große Ehre zuteil.
Bülow

Eigentlich will Jörg Perleberg mit seiner Drehorgel nur für schöne Momente bei den Menschen sorgen. In den Sommermonaten spielt er in Teterow, Waren oder Güstrow und lebt im beschaulichen Bülow. In den Herbst- und Wintermonaten bezieht er Quartier im spanischen El Palo, einem Stadtteil von Malaga. 

In Torre del Mar, einer benachbarten Stadt von Malaga, wurde dem 77-Jährigen nun eine große Ehre zuteil: Die Künstlerin Mari Carmen Fernández Rivera hatte ein Aquarell von ihm gemalt. Es zeigt Jörg Perleberg mit Strohhut und Drehorgel auf der Prachteinkaufsstraße vor einem Bekleidungsgeschäft. Sie präsentierte das Bild vor ein paar Tagen erstmals bei einer Vernissage in der dortigen Tourist-Info. „Bei ihrer Rede hatte ich feuchte Augen gekriegt“, schildert Jörg Perleberg seine Rührung. Er habe einfach nicht damit gerechnet, dass er bei der Ausstellungseröffnung der Ehrengast sein werde. So hätte die Künstlerin zudem eine minutenlange Rede über seine Person gehalten und ihn als einen besonderen Menschen gewürdigt. „Es war alles sehr herzlich an dem Abend“, erinnert er sich.

Viele wollen ein Foto von ihm und Drehorgel

Die Künstlerin hat einen gutes Gespür. So ist Jörg Perleberg bei Einwohnern wie Touristen in den Küstenorten – El Palo wie auch Torre del Mar liegen am Mittelmeer – gleichermaßen beliebt. Die Spanier in seinem Viertel würden ihn nur noch „Jorge Paleno“ – also Jörg aus Palo – nennen, erklärt er und lacht. Wie er erzählt, wollen viele Leute mit ihm und seiner Drehorgel auch ein Foto machen, wenn sie ihn in der Einkaufsstraße oder auch an der Strandpromenade sehen. Wie er erzählt, hätten sich aufgrund der Weihnachtsgrüße im Nordkurier nun sogar Holländer und Finnen, die ihn mal gesehen hatten, bei ihm gemeldet.

Auch die Künstlerin Mari Carmen Fernández Rivera wurde im Laufe der Zeit auf ihn aufmerksam und machte ein Foto von ihm. Das bildete die Grundlage für ihr Aquarell. Mit der Einladung zu ihrer Ausstellungseröffnung hätte es aber beinahe nicht geklappt, schmunzelt Jörg Perleberg. So hätten Passanten einige Tage vor der Vernissage – wie jedesmal beim Drehorgelspielen – nach einem Foto mit ihm gefragt. Darunter war auch ein junger Mann. Doch den hatte Jörg Perleberg missverstanden. Der junge Mann wollte gar kein Foto, sondern ihn mit der Künstlerin bekannt machen und zur Vernissage einladen. Doch bevor eine Einladung zustande kam, war Jörg Perleberg mit seiner Drehorgel weiter gezogen. Wenige Tage später spielte er dann zufällig in der Nähe der Wohnung der Künstlerin. Das hätte sie gehört und sofort ihre Chance ergriffen, ihn einzuladen.

Allerdings ist sein Aquarell nicht mehr zu haben. Noch am Abend der Ausstellungseröffnung sei das Bild verkauft worden. „Die Künstlerin spendet die Hälfte des Erlöses an die Helmut-Bockelmann-Hilfsinitiative in Scharnebeck“, freut sich Jörg Perleberg, der viele Jahre in niedersächsischen Scharnebeck lebte und ein Gasthaus betrieb, das auch der damalige Bürgermeister Helmut Bockelmann besuchte. Nach ihm ist die Initiative benannt, die sich um hilfsbedürftige Menschen kümmert und die Jugendhilfe in der Gemeinde fördert.

 

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