Hannelore Brinkhoff findet die Geräuschkulisse von Jörg Perlebergs Drehorgel sehr angenehm.
Hannelore Brinkhoff findet die Geräuschkulisse von Jörg Perlebergs Drehorgel sehr angenehm. Nadine Schuldt
Unterhaltung

Drehorgelspieler in Teterow benennt Probleme der Innenstadt

Die Melodien aus der Drehorgel von Jörg Perleberg sollen gute Laune verbreiten. Er hat bei seinem „Musikspiel” einen eigenen Blick auf den Leerstand in der Innenstadt.
Teterow

Eigentlich sollte man die „Die kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart in den Abendstunden spielen. Jörg Perleberg macht es genau andersherum: Am Dienstagvormittag intonierte er mit seiner Drehorgel in Teterows Innenstadt Mozarts bekanntes Musikstück. Mitunter wähle er als Auftakt auch „Oh happy day“ von den Edwin Hawkins Singers, erzählt der 78-Jährige und schmunzelt. Ihm mache das Drehorgelspiel Spaß. „Ich möchte mit der Musik einfach Freude rüber bringen“, erklärt Perleberg. Und seine Musik kommt an: Immer wieder werfen Teterower Münzen in seine kleine Schale. „Die Geräuschkulisse ist angenehm“, findet beispielsweise die Teterowerin Hannelore Brinkhoff. Nach der „Nachtmusik“ strömen dann weitere klassische Stücke von Bach oder Beethoven aus seiner Drehorgel. Auch Welthits wie „Heal the world“ von Michael Jackson oder „Wind of Change“ von den Scorpions hat er im Repertoire.

Etwa alle zehn Tage in Teterow

Er sei etwa alle zehn Tage in Teterow, hebt der rüstige Senior hervor. Jedenfalls in den Sommermonaten, denn die Winterzeit verbringe er im spanischen El Palo, einem Stadtteil von Malaga. Aktuell lebe er jedoch in Bülow. In der Regel klöne er dort jeden Nachmittag mit seinem Nachbarn Klaus Waßmann und genießt die Natur. Vormittags breche er dann mit seiner Drehorgel in die verschiedensten Städte wie Neubrandenburg, Waren, Malchow, Güstrow und eben Teterow auf.

Reden mit vielen Leuten

In die Bergringstadt ziehe es ihn schon seit mehr als zwölf Jahren. Hier kenne und rede er mittlerweile mit vielen Leuten. Auch der alte sowie neue Bürgermeister gehören dazu. Vor einigen Jahren sei er mit seiner Drehorgel sogar zur Eröffnung der Galerie im frisch sanierten Bahnhof eingeladen worden. Meist stehe er mit seinem Instrument aber beim Optikerladen im Kreuzungsbereich der Malchiner mit der Warener Straße. „Früher waren hier mehr Läden“, sagt Perleberg mit Blick zum Malchiner Tor. Der Schlachterladen fehle auf jeden Fall, weil er täglich geöffnet hatte, schiebt er hinterher. In seinen Augen habe die große Anzahl an Discounter in der Bergringstadt einen starken Anteil am Rückgang der Läden sowie Kunden in der Innenstadt. „In einigen Fällen haben sich neben den Discountern noch kleine Nebengeschäfte angesiedelt, was dann wiederum eine kleine Einkaufsstadt ergibt.“ Dadurch verteilen sich die Kunden auf sehr viele Orte.

Lob für Aktion „Teterow offen”

Ein guter Anreiz, um wieder mehr Leute in die Innenstadt zu locken, sei da die Veranstaltung „Teterow offen“. Auch er werde dieses Jahr am 3. September bei der Aktion wieder dabei sein. „Dadurch laufen die Bürger die Feststrecke ab und entdecken Geschäfte, die sie vorher nicht gekannt hatten“, hebt er hervor. Positiv hebt Perleberg zudem die medizinische Versorgung in der Bergringstadt hervor. So drohte er einst das Augenlicht auf seinem linken Auge zu verlieren. Nur durch das unverzügliche Handeln eines Teterower Augenarztes könne er jetzt noch auf beiden Augen sehen. „Die Teterower können stolz sein, solche Praxen zu haben“, erklärt Perleberg, der stets einen Sonnenhut trägt. Zum Abschluss erklingt dann das „Ave Maria“. „Das spiele ich immer als Dankeschön für den erlebten Tag“, lächelt Jörg Perleberg

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