Unsere Themenseiten

:

Droht Brandstifter nun härtere Strafe?

Das Urteil gegen einen 17-jährigen Malchiner ist der Staatsanwaltschaft offenbar zu milde. Sie sieht den ehemaligen Feuerwehrmann für noch mehr Fälle ...

Das Urteil gegen einen 17-jährigen Malchiner ist der Staatsanwaltschaft offenbar zu milde. Sie sieht den ehemaligen Feuerwehrmann für noch mehr Fälle verantwortlich.

Malchin.Es ist noch nicht vorbei: Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg will sich mit dem Urteil gegen einen 17-jährigen Malchiner im Brandstifter-Prozess nicht zufrieden geben und hat Berufung eingelegt, wie Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler am Mittwoch bestätigte. Das Amtsgericht Demmin hatte den 17-Jährigen in der vergangenen Woche zu einem Jahr Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt und ihn in drei von zwölf Anklagepunkten schuldig gesprochen. Das ist der Staatsanwaltschaft offenbar zu wenig. Man habe die Berufung nun erst einmal eingelegt, um die Frist von einer Woche zu wahren, und werde die Urteilsbegründung noch einmal genau prüfen, erklärte Zeisler.
Der 17-Jährige war bis zu seiner Verurteilung in Malchin Feuerwehrmann auf Probe. Die Probezeit hatte Wehrführer Andreas Mohrholz nach dem Richterspruch für beendet und nicht bestanden erklärt.
In ihrer Anklageschrift hatte die Staatsanwaltschaft dem jungen Mann eine ganze Serie von Müll- und Papiercontainer-Bränden von November 2011 bis August 2012 zur Last gelegt. Auch drei schwere Brandstiftungen waren darunter, bei denen ebenfalls Wohnhäuser betroffen waren. Als erwiesen sieht das Gericht allerdings nur einen Fall von schwerer Brandstiftung an: eine Zündelei an einem Wohnblock in der Strelitzer Straße. Schuldig gesprochen wurde der Täter außerdem für das Anzünden von Heuballen und einer Mülltonne. Obwohl er alle Taten abstreitet, hatte er das Urteil laut seinem Anwalt akzeptiert.
Der Malchiner stand schon seit längerer Zeit im Verdacht, für die Brandserie verantwortlich zu sein. Er war daraufhin in der Feuerwehr bereits für mehrere Monate beurlaubt worden. Allerdings hatte er es dann wohl geschafft, die Wehrführung von seiner Unschuld zu überzeugen, so dass er auf der Jahreshauptversammlung der Kameraden im Februar sogar noch befördert worden war.