Arbeitskampf

Droht Teterow ein Mülltonnen-Slalom?

Streik bedeutet Ausnahmesituation. Nicht nur für das betroffene Unternehmen, sondern die Auswirkungen können sich auf viele Bürger erstrecken, beispielsweise bei der Abfallentsorgung.
Die großen Tonnen auf dem Gehweg lassen kaum Platz für einen Rollator oder einen Kinderwagen.
Die großen Tonnen auf dem Gehweg lassen kaum Platz für einen Rollator oder einen Kinderwagen. Eberhard Rogmann
Teterow

Am Dienstag erfolgt in Teterow planmäßig die Entleerung der gelben Tonnen für Verpackungsabfälle. Sicher ist das aber nicht, denn die Beschäftigten des Entsorgungsunternehmens Alba stehen im Arbeitskampf. Dieser schließt Warnstreiks mit ein und da kann es vorkommen, dass die Tonnen am Straßenrand stehen bleiben. Was tun, wenn dieser Fall eintritt? Die Ansage des Landkreises Rostock – er ist für die Abfallentsorgung zuständig – lautet kurz und bündig: Tonnen stehen lassen, bis sie entleert worden sind. Weiterhin anfallende Wertstoffe für die Gelbe Tonne könnten auch in transparenten Säcken neben die gelbe Tonne gestellt werden.

Das mag auf dem Land gut funktionieren, denn dort ist viel Platz. Für die hiesigen Kleinstädte ist dieser Ratschlag weniger praktikabel. In der Teterower Innenstadt sind die Gehwege meist so schmal, dass an den größeren Tonnen schwer vorbeizukommen ist. Mit einem Rollator oder Kinderwagen schon gar nicht. Da muss man auf die Straße ausweichen. Konkret: auf holpriges Kopfsteinpflaster. Dies ist der Grund, warum die Bürger aufgefordert sind, die Tonnen möglichst schnell nach der Entleerung wieder vom Gehweg zu entfernen. Sollten sie jetzt stehen bleiben, verschärft sich das Problem in Teterow noch. Denn am Donnerstag sind turnusgemäß die blauen Altpapiertonnen dran. Damit würde sich die Zahl der Behältnisse am Wegesrand noch einmal deutlich erhöhen. Zum anderen ist Donnerstag Wochenmarkt. Da zieht es viele ins Zentrum, die Stadt ist an Markttagen deutlich stärker frequentiert. Die Abfuhrtermine waren eigens so gelegt, dass es möglichst zu keinen zeitlichen Überschneidungen und Behinderungen kommt. Streiktage sind davon leider ausgenommen. Abgesprochen sei allerdings, dass die ausgefallene Tour am Folgetag gefahren wird.

Mit ihrem Arbeitskampf streiten die Beschäftigten für eine bessere Bezahlung. Da erhebt sich die Frage, ob denn die Entsorgungsgebühren so niedrig angesetzt sind, dass die unter Vertrag genommenen Unternehmen keine angemessenen Löhne zahlen können. Eine logische Konsequenz wäre, dass die Gebühren über kurz oder lang angehoben werden müssten. Das weist Landrat Sebastian Constien zurück. „Wir haben mit dem Unternehmen einen flexiblen Vertrag geschlossen. Wir sind der Auffassung, dass es damit möglich ist, auskömmlich zu wirtschaften, auch wenn sich Rahmenbedingungen verändern.“ Constien betont, dass der Vertrag höchstrichterlich geprüft und für richtig befunden worden sei.

Überdies habe er zwischenzeitlich Gespräche mit der Gewerkschaft und dem Unternehmen geführt und beiden angeboten, im Tarifstreit zu vermitteln. Die Geschäftsführung habe ihm versichert, mit der Gewerkschaft Gespräche aufzunehmen und gegenüber den Beschäftigten aufzuklären.

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