TAG DER ALTSTADT

Du siehst richtig gut aus, altes Haus!

Die Stavenhagener Altstadt kann sich 25 Jahre nach der Wende sehen lassen. Aus vielen grauen und maroden Gebäuden sind Schmuckstücke geworden. Das wird den Besuchern des "Tags der Altstadt" klar.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
So sah es beim Abriss von Hofgebäuden des Hauses Markt 4 aus.
So sah es beim Abriss von Hofgebäuden des Hauses Markt 4 aus. Holthus
Doreen Polinski und Dirk Kay gabe den Interessierten gerne Auskunft, wieviel Arbeit in ihrem Haus in der Neuen Straße steckt.
Doreen Polinski und Dirk Kay gabe den Interessierten gerne Auskunft, wieviel Arbeit in ihrem Haus in der Neuen Straße steckt. Eckhard Kruse
Im Mai 2008 erhielt das Haus der Familie Holthus am Markt 4 seinen Anstrich.
Im Mai 2008 erhielt das Haus der Familie Holthus am Markt 4 seinen Anstrich. Holthus
Michael Meißner öffnete die Räume seines Hauses Goethestraße 11. Er sucht noch Mieter.
Michael Meißner öffnete die Räume seines Hauses Goethestraße 11. Er sucht noch Mieter. Eckhard Kruse
Bei der Kirche 2
Bei der Kirche 2 Eckhard Kruse
Stavenhagen.

 Wer kann sich noch an die Zeit erinnern, in der sich die Reuterstadt viel grauer und düsterer präsentierte? Kaum einer! So stellte sich am vergangenen Wochenende heraus. Denn das Staunen der Stavenhagener und ihrer Gäste war riesengroß, als sie alte Fotos von den heute sanierten Privathäusern zu Gesicht bekamen. Viele graue Wände, unzählige verbaute und unsanierte Häuser „schmückten“ zu DDR-Zeiten die Altstadt. Viele Gebäude waren verunstaltet. In Häuserlücken waren einfach ein unpassender Flachbau und nach der Wende ein Container der Raiffeisenbank gesetzt worden.

Diese Zeiten sind lange vorbei. 25 Jahre nach der Wende präsentieren sich rund 280 private Altstadthäuser in einem hübschen sanierten Kleid, weiß Stefanie Stoll von der Stadtverwaltung. Das ist der weitaus größte Teil: Denn von den 361 Privatobjekten im Zentrum werden nur noch etwa 80 Gebäude als sanierungsbedürftig eingestuft.

Duschen bei der Verwandtschaft

Wer wollte, konnte sich am Sonnabend beim „Tag der Altstadt“ ein Bild von den rasanten Veränderungen machen. Denn Hausbesitzer wie Birte und Thomas Peters, Silvana und Udo Holthus, Doreen Polinski und Dirk Kay, Angelika und Hans-Dieter Albrecht, Rosemarie Rieger oder Michael Meißner zeigten alte und neue Fotos ihrer Häuser. Viele im Fenster, viele auch in regelrechten Ausstellungen, sodass sich die Bürger bei 80 Häusern ein Bild machen konnten.

Das Ehepaar Holthus weiß noch genau, wie es in dem 1985 gekauften Haus am Markt um die Sanitäreinrichtungen bestellt war. „Es gab keine Spültoiletten“, erzählt Silvana Holthus. Duschen gegangen sei man bei der Verwandtschaft. Viele Schuppen mussten abgerissen werden. Nach etlichen kleinen Baumaßnahmen musste die Familie 1994 noch einmal ausziehen. Weil das Dach und die Deckenbalken marode waren.

Als 25-Jähriger sanierungsbedürftiges Haus übernommen

Birte und Thomas Peter vermieten ihr Haus in der Neubrandenburger Straße 1. Auch wenn es viel Arbeit gemacht hat: „Wir bereuen den Schritt nicht“. Denn beide wissen das Flair von Altbauwohnungen zu schätzen. Michael Meißner hat das Haus in der Goethestraße 11 geerbt. Jetzt ist es fast fertig für den Einzug von Mietern. Dirk Kay staunt noch heute, wie er sich als 25-Jähriger ein sanierungsbedürftiges Haus in der Neuen Straße übernommen hat. „Ich war unwissend“, sagt er. Doch heute hat er ein Schmuckstück für sich und die vier Mietparteien.

Zu verdanken ist dieser Fortschritt in erster Linie den vielen Hausbesitzern. Sie haben riesigen Summen in ihre vier Wände investiert - um ihre Häuser und damit auch die Stadt attraktiver zu machen. Aber auch das Land und die Stadt haben riesige Summen ausgeschüttet. „Es gab Zuschüssen in Höhe von 8,38 Millionen Euro“, rechnet Bau- und Ordnungsamtsleiter David Schacht vor. Auch in das Schloss, andere städtische Gebäude, Straßen und Plätze floss in den Jahren viel Geld, sodass die Altstadt mit insgesamt 20,4 Millionen Euro verschönert wurde.

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