TIERSCHUTZ

Ein kleines Haus gegen die große Not der Katzen in Gnoien

In Gnoien haben Tierschützer ein zuvor 14 Jahre leer stehendes Haus übernommen, in dem sie junge, kranke und schwache Miezen aufnehmen.
Gabriele Lenkeit mit einem ihrer Schützlinge im Katzenhaus in der Gnoiener Mühlenstraße. Hier kümmert sic
Gabriele Lenkeit mit einem ihrer Schützlinge im Katzenhaus in der Gnoiener Mühlenstraße. Hier kümmert sich der Verein vor allem um kranke und schwache Tiere. Torsten Bengelsdorf
Gnoien ·

Die kleinen Streuner aus Gnoiens Altstadt zieht es immer wieder hierher. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen in den beiden Gartenlauben im Haferland direkt an der Warbel. Die Einstiegsluken sind rund um die Uhr geöffnet, die Futternäpfe stets gefüllt. Ein kleiner Baum in der Gartenparzelle ist in diesen Tagen sogar mit Weihnachtskugeln geschmückt.

Ob die vielen Miezen dafür einen Blick haben? Die meisten von ihnen sind schon lange sich selbst überlassen. Für sie haben einige Gnoiener Tierfreunde den Garten im Haferland von der Stadt gepachtet.

So vielen Katzen wie möglich wolle man ein neues liebevolles Zuhause vermitteln, sagt Gabriele Lenkeit, die Vorsitzende des im vergangenen Jahr gegründeten Vereins „Katzenhaus Gnoien“. Für einige alte und kranke Schmusetiger findet sich aber kein neues Zuhause mehr. Sie bleiben dann bis zum Ende ihrer Tage in der Obhut des Vereins.

Hilfe für kranke und alte Tiere

In Sichtweite des Haferland-Gartens hat der Verein 2019 ein seit 14 Jahren leerstehendes Haus in der Mühlenstraße übernommen. In dem Katzenhaus richteten die Vereinsmitglieder nicht nur ihr Büro ein, für sehr junge, kranke und schwache Tiere ist es auch längst zu einem Zuhause geworden. Da ist zum Beispiel Suse – eine schon ganz alte Katze, die sich ständig hinter einem Korb versteckt und sich nur noch selten heraus traut. Oder Purzel. Die Fellnase hatte erst in diesem Jahr das Licht der Welt erblickt, musste dann aber ohne Mutter aufgezogen werden – sie war am Bäbelitzer Weg überfahren worden.

Allein im vergangenen Sommer betreute der Gnoiener Verein 40 Katzenbabys, die meisten von ihnen ohne Mutter. Einige waren einfach über den Zaun des Katzengartens geworfen worden. Einmal waren die kleinen Samtpfoten in eine Plastiktüte gesperrt worden, die über dem Gartenzaun hing. „Die Leute legen sich gern kleine Kätzchen zu. Doch irgendwann sind sie dann nicht mehr ganz so niedlich und dann will man sie schnell wieder los werden“, muss Gabriele Lenkeit immer wieder erfahren. Und sie meint, dass ein solches Verhalten in Gnoien ganz besonders ausgeprägt sei.

Kater wurde ständig mit Schnaps bespritzt

Noch mehr solch abscheuliche Geschichten erzählen die Katzenfotos an der Wand der guten Stube im Katzenhaus. Darauf ist zum Beispiel Toni zu sehen. Toni wollte keine Mäuse fangen und sollte deshalb erschlagen werden. Die Nachbarn konnten gerade noch rechtzeitig einschreiten. Dennoch überlebte der Kater nur noch zwei Wochen. Ein anderes Bild zeigt Kai. Der Kater war ständig mit Schnaps bespritzt worden. Beim Säubern seines Fells wurde Kai dann zum Alkoholiker.

Um all diesen Tieren helfen zu können, ist der Katzenhaus-Verein auf Spenden angewiesen. Auch um Tierarztrechnungen für Kastrationen begleichen zu können. Futterspenden können in einer Box im Nah- und Frisch-Geschäft in der Friedenstraße abgegeben werden oder nach vorheriger Absprache direkt im Katzenhaus in der Mühlenstraße 30. Zum ersten Mal hat der Verein aber auch einen Kalender mit den schönsten Katzenbildern herausgegeben. Der Verkaufserlös kommt ebenfalls der Vereinsarbeit zugute.

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