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Eine Zeitreise mit „Carmen“ und dem „Ring der Nibelungen“

Annekatrin Wille, Sylvia Ballhorn und Silvia Börner (von links) freuen sich über die Plakate, die in ihrem Finanzamt zu sehen sind. [KT_CREDIT] FOTO: Iris Diessner

VonIris DiessnerTheaterplakate sind jetzt im Malchiner Finanzamt zu sehen. Sie erinnern an ein Stück Theatergeschichte.Malchin.Eine ganz besondere Art der ...

VonIris Diessner

Theaterplakate sind jetzt im Malchiner Finanzamt zu sehen. Sie erinnern an ein Stück Theatergeschichte.

Malchin.Eine ganz besondere Art der Wagner-Ehrung gibt es im Treppenhaus des Malchiner Finanzamtes. Praktisch gab es die als Zugabe. Denn zu den Theaterplakaten, die Hartmut Henning hier ausstellt, gehören auch die vier, die er für die Inszenierungen der vier Teile vom „Ring der Nibelungen“ geschaffen hat.
„Ich freue mich jeden Tag daran, wenn ich hier vorbeigehe“, meint Petra Illner, die im Finanzamt arbeitet. Sie verrät auch, dass ihr Lieblings-Plakat nur wenige Meter weiter zu sehen ist. Nur zwei Worte sind darauf zu lesen, Carmen und Liebe. Liebe scheint wie mit Blut gemalt. Nur zwei Worte, aber sie drücken alles aus, worum es in diesem leidenschaftlichen Stück geht. Auch Annekatrin Wille, die im Finanzamt für die ständig wechselnden Ausstellung sorgt, ist beeindruckt. „Damit ist Hartmut Henning genau das geglückt, was er als die Schwierigkeit beim Plakatgestalten genannt hat. In einem Bild nicht nur die Geschichte des Stückes zeigen, sondern auch das Besondere daran hervorheben“, sagt sie.
Sie habe sich sehr gefreut, als Hartmut Henning ihr die Ausstellung zusagte. Aufmerksam auf den heute in Grube bei Schorssow lebenden Künstler sei sie in der Wassermühle Ziddorf geworden. Hartmut Henning, 1940 in Berlin geboren, hat eine Grafik-Ausbildung an der Fachschule für angewandte Kunst in Berlin absolviert. Er hat als Gestalter von Messen und in Museen gearbeitet, Bühnenbilder und -kostüme entworfen und zahllose Theaterplate gestaltet. Vor allem für die Komische Oper in Berlin. Wer sich die Theaterplakate anschaut, die jetzt auf zwei Fluren des Malchiner Finanzamtes zu sehen sind, unternimmt auch eine Zeitreise in die Theatergeschichte in diesem Teil Deutschlands. Mancher kann sich vielleicht an die eine oder andere Inszenierung erinnern, für die die Plakate einst warben.
Die Ausstellung ist bis zum Herbst im Finanzamt anzuschauen (Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und Dienstag auch von 13 bis 17 Uhr).

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i.diessner@nordkurier.de