INNENMINISTERIUM MACHT DRUCK

Einwohnerschwund zwingt Amt zur Partnersuche

Nun führt wohl doch kein Weg mehr daran vorbei: Das Amt Gnoien wird es in der bisherigen Form nicht mehr allzu lange geben. Doch mit wem soll man sich da zusammentun? Die Auswahl ist groß. Die Gnoiener könnten sogar an der Kreisgrenze rütteln.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Das Amt Gnoien kann in vier Richtungen schauen, um sich innerhalb der kommenden zwei Jahre für einen Fusionspartner zu entscheiden.
Das Amt Gnoien kann in vier Richtungen schauen, um sich innerhalb der kommenden zwei Jahre für einen Fusionspartner zu entscheiden. Andrea Warnecke
Gnoien.

Noch im Mai hatten sich die Mitglieder des Gnoiener Amtsausschusses zum Gruppenfoto für das Titelblatt ihres Amtskuriers aufgestellt und in großen Buchstaben verkündet, dass sie für die Zukunft des Amtes stehen. Sechs Monate später sieht diese Zukunft nun sehr vage aus. Das Amt Gnoien verwaltet gerade einmal noch 5905 Einwohner – zu wenig für eine eigene Amtsverwaltung. Das Land hat eine Grenze von 6000 Einwohnern festgelegt.

„Das Innenministerium hat uns darauf hingewiesen, dass wir Signale aussenden sollen, wie es mit einer Fusion aussehen könnte“, verkündete denn auch Amtsvorsteher Torsten Schörner am Mittwochabend in der Sitzung des Amtsausschusses. Prompt sandte das Gremium auch ein erstes Signal. Auf Vorschlag der Bürgermeister des Amtes beschloss der Ausschuss die Gründung einer Arbeitsgruppe, die mit den benachbarten Ämtern Kontakt aufnehmen soll. Möglich wäre eine gemeinsame Verwaltung, aber auch ein Zusammenschluss von Ämtern, wie Schörner aufzeigte.

An möglichen Partnern mangelt es den Gnoienern dabei offensichtlich nicht. Da wären das Amt Mecklenburgische Schweiz mit Sitz in Teterow und Jördenstorf sowie die Ämter Tessin und Laage. „Wir könnten aber auch mit Dargun“, gab Gnoiens Bürgermeister Lars Schwarz zu bedenken. „Allerdings müssten wir uns dann zum Landkreis Seenplatte bewegen.“ Es geht aber auch anders herum, wie Altkalens Bürgermeisterin Renate Awe deutlich machte: „Dargun geht zu uns mit rein.“

In den neuen Großkreisen dürfte das aber schwierig werden, da wohl weder der Landkreis Rostock, noch die Seenplatte bereit wären, Gnoien beziehungsweise Dargun dem Nachbar-Landkreis zu überlassen. Eine Fusion über die Kreisgrenze hinweg ist dagegen gesetzlich ausgeschlossen. Besonders viel Zeit bleibt dem Amt Gnoien nicht bei der Partner-Wahl. Spätestens zur Aufstellung der Kandidaten zur nächsten Kommunalwahl im Jahr 2019 müsste die neue Struktur stehen, meinte Amtsvorsteher Torsten Schörner.

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