GESCHÄFTE

Einzelhandel rüstet sich für Ladenöffnung am Montag

Ganz sicher waren sich die Ladeninhaber in Malchin und Stavenhagen am Freitag noch nicht, ob sie am Montag ihre Geschäfte wieder öffnen dürfen. Doch sie richten sich auf einen Neustart ein.
Am Schaufenster wirbt der Modemarkt schon mit der Öffnung. Foto: Eckhard Kruse
Am Schaufenster wirbt der Modemarkt schon mit der Öffnung. Foto: Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Der Modemarkt 17 in Stavenhagen will am Montag öffnen. Verkäuferin Ivonne Laderick freut sich schon sehr auf den Neu
Der Modemarkt 17 in Stavenhagen will am Montag öffnen. Verkäuferin Ivonne Laderick freut sich schon sehr auf den Neustart. Eckhard Kruse
Die Inzidenz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte liegt unter 50. Damit könnte Iris Hofrichter am Montag in Malchin w
Die Inzidenz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte liegt unter 50. Damit könnte Iris Hofrichter am Montag in Malchin wieder ihren Geschenkeladen öffnen. So hat man die Politik verstanden. Sie freut sich wieder auf ihre Kunden. Kirsten Gehrke
Malchin ·

Aufbruchstimmung gepaart mit einer Portion Unsicherheit herrschte am Freitag in den kleinen und größeren Läden in Malchin und Stavenhagen. Die Geschäftsleute waren voller Hoffnung, dass die angekündigten Ladenöffnungen am Montag Wirklichkeit werden. Denn der Landkreis Seenplatte hat derzeit einen Inzidenzwert von unter 50 – genau 41,5. Damit sollten die Geschäfte wieder normal und mit Coronaschutzmaßnahmen öffnen dürfen. Genaues wusste aber am Vormittag aber keiner. Man wartete gespannt, was die Landesregierung am Nachmittag entscheidet.

Da sehe kaum noch einer durch, meinte Iris Hofrichter aus Malchin. Sie rechnet damit, dass sie am Montag ihren kleinen Geschenkeladen „Dit und Dat“ in der Wargentiner Straße öffnen darf. So habe sie die Ankündigung zu den Lockerungen verstanden. Schließlich habe der Landkreis schon eine Weile eine 7-Tage-Inzidenz unter 50. Aber genau wisse sie es eben nicht, ob sie öffnen darf. „Ich hoffe es aber sehr“, sagt die Malchinerin. Inzwischen stehe ihr das Wasser bis zum Hals. Von einer Förderung habe sie noch nichts gesehen. Und ihr kleines Geschäft werfe nicht so viel ab, als das sie sich ein Polster anlegen konnte. Sie freut sich auf ihre Kunden. „Ich möchte unbedingt öffnen.“

Nicht nur das Finanzielle fehlt

Auch Birgit Kreft sehnt sich wieder nach Kunden in ihrem Laden „Rund um das Kind“ in der Schweriner Straße. Es sei ja nicht nur das Finanzielle, was in den letzten Monaten fehlte. Auch den Kontakt zu den Kunden habe sie vermisst. Zu 100 Prozent wusste auch sie nicht, ob es Montag losgehen kann. „Ich würde aber gern“, sagte sie. Aber mit den Inzidenzen blicke keiner so recht durch. Seien nun die Zahlen im Land oder jedes einzelnen Kreises gemeint? Sie drücke die Daumen, dass sie starten darf. Sonst werde weiter ihre Telefonnummer am Tor stehen, dass die Kunden sie erreichen können. Einige hätten diese Möglichkeit in den vergangenen Wochen auch genutzt. „Aber das bringt nicht so viel als wenn der Laden geöffnet ist“, erzählte Birgit Kreft.

In Stavenhagen wollen am Montag viele Bekleidungsgeschäfte in der Innenstadt öffnen. „Wir orientieren uns an Ernsting’s Family“, sagte Michael Kokel, Inhaber des Bekleidungsgeschäfts von Modemarkt 17 am Markt. „Momentan ist die Öffnung ja erlaubt.“ Wenn der Inzidenzwert wieder über 50 steige, dann arbeite man mit Bestellung der Kunden. Die Angestellte Ivonne Laderick bereitet sich schon auf den Verkauf von Frühjahrsmode und Schnäppchen samt Corona-Schutzmaßnahmen und Flächendesinfektion vor. Und bei Ernsting’s Family räumen die Verkäuferinnen tatsächlich die Waren ein.

An Übersicht des Nordkurier orientiert

Solveig Lipka von „Stilsicher“ richtet sich nach einer Übersicht im Nordkurier. „Ich mache am Montag normal auf“, betonte sie. Maximal zwei bis drei Kunden lasse sie in ihren Laden. „Damit es nicht zu voll wird.“ Es gebe eine Maskenpflicht, Abstandsregeln und Desinfektionsmittel im Geschäft. Aber auch sie wollte noch schauen, was die Landesregierung am Nachmittag verkünden wird.

Das Schuhhaus Suhr wird in seinem Geschäft höchstwahrscheinlich wieder einen Verkauf aller Schuhe und nicht nur von Spezialschuhen anbieten. Thomas Suhr will aber am Montag zur Sicherheit noch einmal auf den Inzidenzwert schauen, ob er vielleicht wieder über 50 gestiegen ist. Am Einkaufszentrum Reutereiche rüstet sich der Takko-Bekleidungsmarkt für eine Öffnung am Montag. „Drücken wir die Daumen, dass der Wert unter 50 bleibt“, sagte die Marktleiterin.

Telefonnummern im Schaufenster

In Teterow sieht es ganz anders aus. Die 7-Tages-Inzidenz lag im Landkreis Rostock am Freitag bei 96,4. Geschäfte sollen demnach nur für angemeldete Kunden öffnen dürfen. „Es ist ein erster Schritt“, sagte aber Heike Gabelin vom Modehaus 25. „Kunden fragen schon nach einem Termin, wann sie gucken dürfen.“ Wie andere Geschäfte auch, hat das Modehaus von Anfang an die Telefonnummern im Schaufenster ausgehängt, so dass Kunden bisher bestellen konnten. Über Instagram und Whatsapp machte Heike Gabelin Empfehlungen, Kunden konnten sich dann eine Auswahl mitnehmen. „Man kämpft sich durch.“ So wie sie seien aber auch ihre Kunden froh, wenn sich die Ladentür endlich wieder öffnet. „Wir stehen bereit.“

Genauso wie Ralf Kunisch, der in Teterow einen Fachmarkt für Elektro-Hausgeräte hat. „Es ist insgesamt schon gruselig“, bewertete er die gesamte Situation. Einen Aufsteller, wie sein Geschäft zu erreichen ist, hat er an der Bundesstraße zu stehen. Der Januar war ganz schlecht, sagte er. Aber inzwischen konnte er durch Verkauf per Telefon Umsatz machen. Auch Reparaturen gebe es wieder mehr.

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Kommentare (1)

drücke euch Händlern die Daumen, dass es Montag endlich klappt.
Viele Kunden und gute Umsätze wünsche ich euch von ganzem Herzen.