Arne Grimm hat den Kunden-Ansturm bislang unter anderem mit Schüler-Aushilfen wie Sophie Heitmann bewältigt.
Arne Grimm hat den Kunden-Ansturm bislang unter anderem mit Schüler-Aushilfen wie Sophie Heitmann bewältigt. Nadine Schuldt
Arbeitsmarkt

Eisgarten-Chef findet Personal über soziale Medien

Das Eis von Arne Grimm ist bei den Teterowern beliebt. Doch weil Personal fehlte, musste er seine Öffnungszeiten kürzen. Durch ein Stellengesuch ist das nun vorbei.
Teterow

Kaum werden die Tage wärmer, hat Soft- und Kugeleis Konjunktur. Am Mittwoch, dem bislang wärmsten Tag in diesem Frühjahr, standen beim Eisgarten Grimm ab den Mittagsstunden viele Kunden vor dem Verkaufstresen und saßen im Hof sowie gegenüber unter der großen Kastanie und genossen die kühle Köstlichkeit. „An sonnigen Tagen produziere ich zwischen 80 und 120 Kilogramm Eis“, weist Inhaber Arne Grimm auf den Absatz hin.

Verkauf nur mit Aushilfen bewältigen

Bislang konnte er nur von 12 bis 17 Uhr öffnen, weil er nicht genügend Personal hatte. Den Verkauf konnte er nur mit Aushilfen bewältigen. Doch das seien meist Schüler, die erst am Nachmittag und am Wochenende Zeit haben. Eine Dauerlösung sei das nicht. Er selbst habe sich aus dem Verkauf zurückgezogen, weil er sich um die Eisherstellung kümmern will. Die sei komplex und erfordere große Aufmerksamkeit, damit es zu keinen Qualitätsschwankungen komme, erläutert Grimm.

Weil er wieder länger, etwa bis 18 Uhr, öffnen möchte, verfasste er am Montagabend ein Stellengesuch und veröffentlichte es im sozialen Netzwerk Facebook. Das Interesse ließ nicht lange auf sich warten. „Die erste Antwort hatte ich um 0.16 Uhr“, ist Arne Grimm immer noch erstaunt über die schnelle Resonanz. Insgesamt meldeten sich binnen eines Tages fünf Bewerberinnen auf seine „Anzeige“. Kein Wunder, hatte er doch kurz und knackig umrissen, was ihm wichtig ist. So lege er Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild. Zudem müsse die Person zuverlässig, leistungsfähig und vor allem freundlich sein. „Wir verkaufen Eis, also gute Laune“, macht er deutlich.

Jeder Mensch kann Fehler machen

Ein Lebenslauf oder weitere Unterlagen seien für ihn nicht wichtig. „Hauptsache, die Person ist jetzt gut drauf.“ Jeder Mensch könne mal einen Fehler machen und sich ändern, erklärt der 43-Jährige. Dass einige Bewerberinnen in Patchwork-Familien mit gleich mehreren Kindern leben, stelle für ihn kein Problem dar. Sollte die eine mal wegen eines Kindes ausfallen, könne die andere Arbeitskraft einspringen, erläutert er. Doch wie er von der ein oder anderen Person erfahren habe, gelten Frauen mit mehreren Kindern bei der Agentur für Arbeit als schwer vermittelbar. Dabei sei vieles nur eine Frage der Organisation, meint er. Angesichts der Personalknappheit in der Gastronomie könne er das kaum verstehen. Doch Agentur-Pressesprecherin Maria Vespermann lässt das nicht stehen. Jede Person werde individuell betrachtet. Die Unternehmen machten das möglich, was möglich ist. Allerdings stehe und falle alles mit der Kinderbetreuung, erläutert Vespermann.

Doch zum Eisgarten Grimm: Mit den beiden Frauen, die ihm zuerst geantwortet hatten, habe er ein Vorstellungsgespräch geführt. „Sofern die Person sympathisch ist, ist sie an Bord“, erklärt Arne Grimm. Und das ist bei den Zweien der Fall. „Die beiden sind pfiffig“, sagt Grimm.

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