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Endlich neues Dach für Stavenhagener Kirche

Das Stavenhagener Kirchendach ist schon an vielen Stellen löchrig.
Das Stavenhagener Kirchendach ist schon an vielen Stellen löchrig.

Ob die Stadt 200 000 Euro an die evangelisch Kirchgemeinde zahlt, war im Finanzausschuss noch umstritten. Doch nun kann die nicht ganz billige Rundumkur für das Dach des Gotteshauses doch noch starten. Nicht ganz ohne Bedenken.

Nur ein Stadtvertreter hat dagegen gestimmt, dass die evangelische Kirchgemeinde erneut Geld aus dem Stavenhagener Stadtsäckel bekommt. Nun fließen 200 000 Euro in die Generalsanierung des Stadtkirch-Daches.

Zerstreut sind Bedenken aus dem Finanzausschuss, dass die Stadt nicht für die Kirche verantwortlich ist und auch die katholische Kirche seinerzeit keine städtischen Gelder für den Bau ihres Gotteshauses bekommen hat. Zudem hatte es vorab Bedenken gegeben, dass auch Orgel, Heizung und Gemeindehaus schon großzügig gefördert worden waren.

Renate Gerstenberger ist heilfroh, dass die Stadtvertreter das Projekt finanziell unterstützen. „Es ist für uns eine große Erleichterung“, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Kirchgemeinderates. „Wir sind sehr dankbar.“ Für sie ist die Förderung auch gerechtfertigt. Schließlich sei die Stadtkirche auch ein Aushängeschild für die Reuterstadt.

Die Stadt trägt aber nur einen Teil der Baukosten in Höhe von 765 000 Euro. 200 000 Euro steuert die Denkmalpflege bei, erläutert Renate Gerstenberger. 170 000 Euro kommen von der Landeskirche. Und aus einem Bundesprogramm fließt noch einmal eine Summe in Höhe von 95 000 Euro.

Für Renate Gerstenberger ist es höchste Zeit, dass das Dach einmal grundsätzlich in Stand gesetzt wird. „Solange ich denken kann, wurde es immer nur geflickt“, erinnert sie sich. Vor 30 oder 40 Jahren sei der Turm einmal gedeckt worden. Das Dach des Kirchenschiffes weise indes immer mehr undichte Stellen auf.

Das Kirchenratsmitglied zeigt feuchte Ecken im Gotteshaus. Besonders schlecht sei das Dach im Bereich der Orgel. Weil sie gerade erst saniert wurde, sei es umso wichtiger, dass sie nicht der Nässe von oben ausgesetzt ist.

Laut Stadtvertreterbeschluss weist das Dach durch Überlastung und Holzzerstörung Verformungen auf. Das Traufgesims sei geschädigt. Steine seien verwittert. Das alles müsse dringend repariert werden, damit die Schäden am Kirchdach nicht noch größer werden.

Geplant ist die Sanierung ab dem Herbst, erläuterte Frau Gerstenberger. Die Gläubigen ziehen bis 2014 in den Gemeinderaum. Orgel und Altar werden eingepackt, damit sie nicht von Staub und Schmutz beschädigt werden.

Dass der Beschluss nach der Juni-Sitzung zum zweiten Mal gefasst werden musste, lag an einem Abstimmungsfehler. Es war niemandem aufgefallen, dass Prof. Dr. Siegfried Oesterreich (CDU-Fraktion) Mitglied der Kirchgemeinderates ist und somit befangen sein könnte. Die Stadtverwaltung riet, den Beschluss in der Augustsitzung zu wiederholen. Oesterreich verließ dafür den Raum.