Besonders die Kleingartenanlage Ost ist von Wildwuchs und Vermüllung betroffen.
Besonders die Kleingartenanlage Ost ist von Wildwuchs und Vermüllung betroffen. Thomas Koch
Streit um Kleingärten

Erst ein Rücktritt, dann ein Rücktritt vom Rücktritt in Teterow

Weil er wegen des Teterower Gartenstreits am Ende seiner Kräfte sei, erklärte ein Stadtvertreter seinen Rückzug aus der „AG Kleingärten“ – und revidierte sich wieder.
Teterow

Er musste erst einmal eine Nacht darüber schlafen, dann macht er doch eine Kehrtwende. Am Montagabend noch hatte der Fraktionschef der Teterower Linken, Herward Müller, im Hauptausschuss mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt aus der „Arbeitsgruppe Kleingärten“ erklärt. Viele Jahre sei er mittlerweile Stadtvertreter in der Bergringstadt, eine so leidige und nervenaufreibende Diskussion wie um die Auflösung des Pachtvertrages mit dem Kreisverband der Güstrower Gartenfreunde habe er aber noch nicht erlebt.

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Er sei schlicht und ergreifend mit seiner Kraft am Ende und ziehe die Reißleine. Am nächsten Morgen sah die Welt aber offenbar schon wieder anders aus: Dem Nordkurier sagte Müller, dass er doch weitermachen wolle. Das sei er den Kleingärtnern der Stadt schuldig.

Widerspruch vom Bürgermeister

Wie und wann die Stadt Teterow aus dem Generalpachtvertrag mit dem Güstrower Verband aussteigt, das bleibt auch nach der Sitzung des Hauptausschusses unklar. Im Juli hatte die Stadtvertretung beschlossen, dass ein Rechtsanwalt prüfen soll, wie eine Auflösung des Vertrages machbar sei, ohne dass die ganze Angelegenheit vor einem Gericht landet. Auch die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung sollte die Kanzlei prüfen.

Dagegen hatte Bürgermeister Andreas Lange (parteilos) Widerspruch eingelegt, weil es zum einen Aufgabe der Stadt sei, den Vertrag zu kündigen, und aus Kostengründen und im Sinne einer sparsamen Haushaltsführung auch kein Geld für einen Rechtsanwalt ausgegeben werden könne, begründete der Rathauschef. Den Widerspruch wies der Hauptausschuss am Montag mit einer Gegenstimme – vom Bürgermeister – zurück.

Kritik an Blockadehaltung der Verwaltung

In der vorangegangenen Debatte brachte Herward Müller sein Unverständnis über die ständige Blockadehaltung der Verwaltung zum Ausdruck. „Nach dem Bürgerentscheid hatten Sie erklärt, mit uns sachlich und konstruktiv zusammenarbeiten zu wollen. Aber immer wieder werden unsere Beschlüsse mit einem Federstrich kassiert. Wenn das so weitergeht, werden Sie sich in der Stadtvertretung keine Freunde mehr machen“, wetterte Herward Müller an die Adresse des Bürgermeisters.

CDU-Fraktionschef Matthias Hantel stellte noch einmal klar, dass das Pachtverhältnis zwischen der Stadt Teterow und dem Kreisverband bestehe. „Dann muss auch die Stadt Teterow als Verpächter dafür sorgen, sämtliche Ansprüche gegenüber dem Pächter konsequent durchzusetzen“, forderte Hantel. Seit Jahren wird von den Teterower Kleingärtnern das schlechte Verhältnis zum Kreisverband moniert. Probleme bei Verpachtungen, Vermüllung der Anlagen, eine schlechte Kommunikation des Verbandes – all das werfen die Teterower Vereine den Güstrowern vor. Sollte der Bürgermeister jetzt erneut in Widerspruch gehen, wollen die Stadtvertreter einen Rechtsanwalt beauftragen, gegen Langes Beanstandung vorzugehen.

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