Ungewöhnliches Angebot

Erste-Hilfe-Kurs in der Kirche

Die Kirchengemeinde Stavenhagen öffnet ihre Stadtkirche, um möglichst viele Menschen für eine Erste-Hilfe-Schulung zu gewinnen.
Kirsten Gehrke Kirsten Gehrke
Wie eine Herz-Druck-Massage richtig ausgeführt wird, das können  die Stavenhagener am Mittwoch in einem Erste-Hilfe-Kurs in der Stadtkirche auffrischen (Symbolbild).
Wie eine Herz-Druck-Massage richtig ausgeführt wird, das können die Stavenhagener am Mittwoch in einem Erste-Hilfe-Kurs in der Stadtkirche auffrischen (Symbolbild). © Cristiano Pugno - fotolia
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Stavenhagen.

Eigentlich war es eher ein Zufall. Stavenhagens Pastorin Melanie Dango hatte Dr. Thomas Hanff, den früheren Malchiner Notarzt, bei den Rotariern getroffen, als dieser dort einen Abend gestaltet hatte. Da habe er sie gefragt, ob die Kirchengemeinde nicht auch mal Interesse an einer Erste-Hilfe-Schulung hätte. Das hatte die Pastorin ohnehin schon mal im Hinterkopf. So kam die Idee gerade recht und es wurden gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Das Ungewöhnliche: Die Schulung soll in der Stadtkirche stattfinden.

Dort gibt es viel Platz, sodass viele Menschen teilnehmen können. Gemeinsam mit der Diakonie Sozialstation und der Stadtverwaltung Stavenhagen lädt nun die evangelische Kirchengemeinde am Mittwoch, 19. September, ein, das Wissen aufzufrischen. Der Termin fällt in die „Woche der Wiederbelebung“, die vom 17. bis 23. September ausgerufen ist. Thomas Hanff werde zeigen, dass Reanimation einfach sei und jeder Leben retten könne. Schwerpunkt soll dabei sein, wie man einen Defibrillator benutzt, und auch die Herz-Druck-Massage werde Thema sein.

Für den Notfall gewappnet

„Wir wollen, dass die Leute das wieder ins Bewusstsein bekommen, wie wichtig es ist, Erste Hilfe zu leisten“, sagt Melanie Dango. „Es ist gut, dass man sein Wissen mal auffrischt.“ So habe sie auch ihre Mitarbeiter und Ehrenamtlichen animiert, andere angesprochen, beim Aktionsnachmittag mitzumachen. Mit schätzungsweise 80.000 bis 100.000 Fällen pro Jahr ist der plötzliche Herztod eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. „Jeder kann in die Situation kommen.“ Deshalb sollte man in der Lage sein, im Notfall einfache und lebensrettende Sofortmaßnahmen zu ergreifen. Erste Hilfe solle nicht erst ins Bewusstsein rücken oder zum Thema werden, wenn die Notsituation da sei oder war.

Bei vielen liege der Erste-Hilfe-Kurs in der Regel länger zurück. Deshalb sei es gut, wenn jeder für den Notfall gewappnet sei. Die Schulung sei eine öffentliche Veranstaltung und kostenlos. „Jeder braucht nur kommen und da sein“, meint Melanie Dango. Etwa zwei Stunden dauert der Crashkurs. Ab 15 Uhr am Mittwoch hofft auch Thomas Hanff, dass er vielen Menschen sein Wissen weitergeben kann. Die „Woche der Wiederbelebung“ steht unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“.