Geschosse versenkt
Ex-Bahn-Mitarbeiter warnt vor Kriegsmunition unter Malchiner Brücke

Von der Kanalbrücke aus soll zum Kriegsende 1945 die gefährliche Fracht einfach ins Wasser geworfen worden sein.
Von der Kanalbrücke aus soll zum Kriegsende 1945 die gefährliche Fracht einfach ins Wasser geworfen worden sein.
Torsten Bengelsdorf

Die Stahlkonstruktion über den Dahmer Kanal wird ab September erneuert. Doch die Arbeiten könnten gefährlich werden.

Die Bahn muss bei der angekündigten Erneuerung ihrer Brücke über den Dahmer Kanal bei Malchin nun möglicherweise besonders vorsichtig sein. Auf dem Grund des Kanals soll sich eine größere Menge Munition befinden, die bisher noch nicht geborgen wurde. Das berichtet zumindest der ehemalige Bahnmitarbeiter Thomas Dressel, der in den 1960er Jahren mit einigen Spielgefährten hier mehrfach Geschosse aus dem Wasser gefischt hat, wie er berichtet.

Die Jungen haben dabei an Stangen befestigte Eimer über den Grund des Kanals gezogen und somit jede Menge Munition aus dem Wasser geholt. „Von den Patronen haben wir dann die Spitze abgemacht, das Pulver auf das Brückenfundament gekippt, es trocknen lassen und dann angezündet“, berichtet Thomas Dressel.

Waggons voller Munition

Und er weiß auch ganz genau, woher die viele Munition aus dem Kanal stammt. „Mein Vater hat es mir erzählt. Es war zum Kriegsende 1945 als auf dem Malchiner Bahnhof mehrere Waggons voller Munition standen.“ Doch die Züge wurden auf einmal für den Transport von Soldaten gebraucht, die angesichts der heranrückenden Roten Armee in Sicherheit gebracht werden sollten. Da nahmen die Munitionskisten einfach zu viel Platz weg. „Der Zug fuhr also bis zur Kanalbrücke vor und von hier wurden die Kisten mit Infanterie-Munition und Granaten einfach ins Wasser gekippt“, gibt Thomas Dressel die Erzählungen seines Vaters wieder.