Jacobskreuzkraut macht sich breit

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Ex-Förster bringt als Warnung vor Gift-Pflanze einen Sack voll mit

Einen ganzen Sack voller Pflanzen hatte Hans-Joachim Müller zur Neukalener Stadtvertretersitzung mitgebracht. Dabei waren auch Kräuter, die den Gift-Pflanzen sehr ähnlich sehen.
Einen ganzen Sack voller Pflanzen hatte Hans-Joachim Müller zur Neukalener Stadtvertretersitzung mitgebracht. Dabei waren auch Kräuter, die den Gift-Pflanzen sehr ähnlich sehen.
Torsten Bengelsdorf

Viele Pflanzen leiden unter der Trockenheit. Doch das Jakobskreuzkraut verträgt die Dürre ausgezeichnet. Und wird nun besonders in Neukalen zur Gefahr.

Einen großen blauen Müllsack randvoll mit giftigem Jakobskreuzkraut hatte Dr. Hans-Joachim Müller am Donnerstagabend in die Neukalener Stadtvertretung mitgebracht. Wenn das Zeug darin giftig ist, dann solle er es bloß nicht auspacken, hieß es aus den Abgeordnetenreihen. Doch gerade weil es so giftig ist, hatte der ehemalige Darguner Forstamtsleiter auch die Bühne der Stadtvertretung gewählt, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen, die sich gegenwärtig an vielen Wegesrändern, auf Wiesen und Weiden in die Höhe streckt. Die Gift-Pflanze blüht momentan an vielen Stellen. Vor allem aber wohl im Raum Neukalen, wie der langjährige Förster warnt: „Ich bin erstaunt, dass es hier so stark vertreten ist.”

Die Blüten des Krautes könnten Nutztieren wie Pferden und Rindern schnell zum Verhängnis werden. Das Kraut enthält Stoffe, die in der Leber zu giften Substanzen umgewandelt werden. Besonders Pferde, aber auch Schweine reagieren sensibel darauf. Fressen Pferde die Blätter des Gift-Krauts, können sie an einer Leberverhärtung erkranken, die oft tödlich endet. „Die Tiere sterben dann eines jämmerlichen Todes”, warnt Müller. Gefährdet seien aber auch Schafe und Ziegen. Und da auch Bienen an den Blüten schnuppern, könnte das Gift über den Sommerhonig auch den Menschen erreichen.

„Mir geht es heute nicht darum, Panik zu verbreiten, aber ich möchte, dass wir alle Vorsicht walten lassen und irgendetwas gegen die Gefahr tun”, sagte Hans-Joachim Müller. In Neukalen sollen jetzt Flyer gedruckt und ausgelegt werden, die vor dem giftigen Kraut warnen. Außerdem kündigte Bürgermeister Willi Voß (CDU) an, das kreisliche Umweltamt über die Neukalener Jakobskreuzkraut-Invasion zu informieren.