Industriegebiet gewünscht
Ex-Kaserne Basepohl bald nicht mehr für Flüchtlinge genutzt?

Das Ministerium hat für den Hauptteil der Kaserne offenbar andere Pläne. Der Kabinettsbeschluss steht aber noch aus.
Das Ministerium hat für den Hauptteil der Kaserne offenbar andere Pläne. Der Kabinettsbeschluss steht aber noch aus.
Eckhard Kruse

Seit zwei Jahren hält das Land die alte Kaserne als Reservestandort für Flüchtlinge vor. Das kostet 1,9 Millionen Euro im Jahr. Doch keiner wohnt dort.

Die Landesregierung steht offenbar kurz davor, ihre einzige Reserveunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen Kaserne Basepohl zu schließen. Davon geht der Stavenhagener Bürgermeister Bernd Mahnke (parteilos) aus. Für ihn fehle nur noch der kurzfristige Kabinettsbeschluss der Landesregierung dazu.

Die Wohngebäude der Kaserne waren im Jahr 2015 mit der riesigen Flüchtlingswelle zur Asylunterkunft geworden. Bis zu 800 Migranten waren hier untergebracht. Im Oktober 2016 wurden die Häuser in eine Reserveunterkunft verwandelt, weil nicht mehr so viele Flüchtlinge ins Land kamen.

Kabinettsbeschluss steht noch aus

Doch Flüchtlinge zogen hier nicht mehr ein. Die Einrichtung steht leer. Bis heute. Nur noch Wachpersonal und Mitarbeiter eines Hausmeisterservice sind hier anzutreffen. Doch das alles kostet zusammen 1,9 Millionen Euro im Jahr, wie die Landesregierung der AfD in einer kleinen Anfrage im Landtag einmal mitgeteilt hatte.

Jetzt sind zwei Jahre vergangen. Die Zahl der Flüchtlinge im Land ist weiter rückläufig. Sie sank von 19 383 Asylbewerbern Ende 2015 auf 2389 Personen zum 30. September dieses Jahres. Die Landesregierung bestätigt auch, dass Mahnke gar nicht so falsch liegt. Da sich über einen längeren Zeitraum hinweg die Zugangszahlen von Asylsuchenden stabilisiert haben, bereitet das Innenministerium eine Empfehlung zur künftigen Struktur der Erstaufnahmeeinrichtung einschließlich ihrer Wohnaußenstellen vor, teilte Marion Schlender, Sprecherin des Innenministeriums, mit. Vor dem Hintergrund der rückläufigen Zahlen sei auch die Schließung des Reservestandortes Basepohl in der Diskussion. Das Kabinett müsse sich aber noch abschließend damit befassen.

Kaserne soll Industriegebiet werden

Bei einer Zustimmung würde der zentrale Teil der Kaserne mit Unterkünften, Schulungsräumen, Küche, Saal und Sporthalle wieder an den Bund gehen. Der hatte dem Land MV die Einrichtung kostenlos zur Nutzung überlassen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) müsste sich wieder um das Areal kümmern.

Bernd Mahnke hat sich deswegen auch schon einen Termin mit der BImA gemacht, um darüber nachzudenken, wie es weiter gehen kann. Denn die hat schon die restlichen Teile der Kaserne vermarktet. Er lässt keinen Zweifel daran, dass auch die Fläche der Kaserne zum Industriegebiet werden sollte.

 

Kommentare (1)

Wir bräuchten gar keine "Migranten Unterkünfte" mehr, wenn wir dem Beispiel von Frau Merkel's bestem Freund Herrn Trump folgen würden und die Grenzen mit " schönem Stacheldraht " dichtmachen würden. ( N-tv , Montag 8:05 Uhr)