Exkursion zur Fundstelle

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Experten lüften das Geheimnis der Knochen-Höhle bei Malchin

Seit einer Woche legt ein Bagger die Erdschichten in der inzwischen völlig zugewachsenen Kiesgrube noch einmal frei. Damit sollen genauere Zeitangaben über die Knochenfunde möglich werden.
Seit einer Woche legt ein Bagger die Erdschichten in der inzwischen völlig zugewachsenen Kiesgrube noch einmal frei. Damit sollen genauere Zeitangaben über die Knochenfunde möglich werden.
Torsten Bengelsdorf

Vor einigen Wochen sollte noch niemand davon erfahren. Jetzt wird es zu der in Mitteleuropa einzigartigen Wirbeltierfundstelle in einem Waldstück bei Malchin sogar eine Führung geben.

Jahrzehnte wussten nur einige Wissenschaftler davon, bis vor Kurzem war die Fundstelle noch streng geheim. Nun führt am kommenden Sonnabend eine Exkursion zu einem weitläufigen Bautensystem in einem Waldstück bei Malchin, in dem vor 50 Jahren mehr als 300.000 Knochen verschiedener Wirbeltiere entdeckt worden waren. Es handelt sich um einen Dachsbau, der seit mehr als 10.000 Jahren bewohnt ist.

Die Skelettreste stammen sowohl von den Bewohnern der Bauten wie Dachs und Fuchs als auch von ihren Beutetieren wie Hasen, Auerhahn, Frösche und Kröten. Einige dieser Tiere sind wohl aber auch freiwillig in das Bautensystem gekrochen – weil sie hier Schutz vor der Winterkälte suchten, dann hier aber doch verendeten. Darunter sind auch Tiere, die mittlerweile längst ausgestorben sind.

Seit einer Woche wird an der Fundstelle erneut gegraben – diesmal allerdings nicht mehr nach Knochen, es geht um die unterschiedlichen Sandschichten, mit deren Hilfe ein möglichst exaktes Alter der entdeckten Lurch- und Kriechtiere festgestellt werden soll.

Wer sich die Knochenfundstelle am kommenden Sonnabend bei einer geführten Wanderung selbst einmal anschauen will, kann sich zu 11 Uhr an der Waldstraße nach Retzow (Abzweig von der Landesstraße 20 Malchin – Neukalen) einfinden. Hier beginnt die Wanderung in schwer zugängliches Terrain.