ALLES VERQUALMT

Famila in Teterow nach Brand noch Wochen zu

Durch den Brand einer Kühltruhe ist im größten Warenhaus der Mecklenburgischen Schweiz ein noch größerer Schaden entstanden, als zunächst befürchtet. Was wird aus den Mitarbeitern?
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Am Famila-Markt in Teterow rollten am Freitag die Gabelstapler. Dutzende Paletten wurden bereitgestellt für den Abtransport der vom Qualm kontaminierten Waren.
Am Famila-Markt in Teterow rollten am Freitag die Gabelstapler. Dutzende Paletten wurden bereitgestellt für den Abtransport der vom Qualm kontaminierten Waren. Eberhard Rogmann
Teterow.

Alles muss raus! Dieser Werbespruch trifft auf den Famila-Markt in Teterow zu, doch geht hier nach dem Brand einer Kühltruhe in der Nacht zum Dienstag nichts über den Ladentisch. Sämtliche Waren verlassen das Gebäude über den Liefereingang. Dort standen Freitagmittag zwei Sattelzüge. Ein Gabelstapler entlud Dutzende Metallpaletten. Im Markt stapelten zahlreiche Arbeiter die Waren aus den Regalen in diese Gitterkisten.

Durch das gesamte Gebäude zieht imer noch ein bitter-brenzliger Geruch. Klar war am Dienstagmorgen bereits, dass die Frischwaren aus den Regalen der benachbarten Abteilungen durch die starke Rauchentwicklung unverkäuflich sind und entsorgt werden müssen. Das betraf die Bereiche Obst und Gemüse, Gewürze, Backwaren, Molkereiprodukte sowie Fleisch und Wurst.

Gesamtes Inventar muss gereinigt werden

Doch es sollte noch viel schlimmer kommen. Marktleiter Ricardo Iwen hatte schon damit gerechnet, dass auch Textilien, Süßwaren, Nahrungs- und Genussmitteln das gleiche Schicksal droht. Allerdings stand nach einer Inspektion von Experten fest, dass wirklich alles aus den Regalen entsorgt werden muss. Aber auch dies ist erst die halbe Wahrheit. „Alle nicht versiegelten Oberflächen sind ebenfalls kontaminiert und müssen entsorgt werden. Das geht bis zu den Schneidbrettern“, zählt der Marktleiter auf. Im Anschluss muss sämtliches Inventar gereinigt werden. „Das geht soweit, dass wir Platten der Zwischendecken abhängen müssen. Zumindest im Bereich der Brandstelle.“

Diese Arbeiten werden von speziellen Fachfirmen ausgeführt. Das braucht seine Zeit. „Wann der Markt seine Türen für die Kundschaft wieder öffnen kann, ist derzeit nicht genau zu sagen. Wir gehen davon aus, dass es etliche Wochen dauern kann“, räumt Solveig Hannemann aus der Firmenzentrale in Kiel ein. Das Ostergeschäft jedenfalls hat man abgehakt. Die Mitarbeiter wurden auf einer Zusammenkunft über die Situation informiert. Sie werden in anderen Märkten der Region eingesetzt, bummeln Überstunden ab. Kurzarbeit oder gar Entlassungen schließt die Firmensprecherin dagegen definitiv aus.

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