Am Sitz des Bauernverbandes in Alt Sührkow wurde jeder der vom Brand betroffenen Familien jetzt eine Spende überreic
Am Sitz des Bauernverbandes in Alt Sührkow wurde jeder der vom Brand betroffenen Familien jetzt eine Spende überreicht. Nadine Schuldt
Bauernverband-Geschäftsführer wünscht Susanne Schulz viel Glück für den Wieder-Aufbau ihres Familienh
Bauernverband-Geschäftsführer wünscht Susanne Schulz viel Glück für den Wieder-Aufbau ihres Familienhauses. Nadine Schuldt
Reihenhausbrand

Familien hoffen auf Rückkehr ins Zuhause nach Feuer

Auch einen Monat nach dem Feuer in Groß Bützin geht den Betroffenen das Erlebte noch sehr nahe. Die Spendenbereitschaft ist ungebrochen. Auch vom Bauernverband kam jetzt Unterstützung.
Groß Bützin

„Wir wollen alle nur nach Hause“, sagt Nicole Schulz. Sie gehört zu den fünf betroffenen Familien, die beim Brand eines Reihenhauses in Groß Bützin ihr komplettes Zuhause verloren. Man könne es noch gar nicht begreifen, es wolle einfach nicht in den Kopf hinein, erzählt ihre Schwester Susanne. „Man denkt, man ist auf der Durchreise“, sagte sie und wischt sich die Tränen aus den Augen.

Lesen Sie auch: Familie nach Brand auf Suche nach Normalität

Nicht nur ihnen geht der Verlust sehr nahe. Ihre Mutter Petra ist so ergriffen, dass sie kaum ein Wort hervorbringt. Kein Wunder, lebten in dem Haus doch schon fünf Generationen der Familie.

Trotz der großen Zerstörungen durch den Brand hoffen sie weiter, dass unter dem Schutt vielleicht doch noch wichtige Andenken erhalten sind. „Wir hatten vor ein paar Tagen noch einige Fotos und Leinwände mit Baby-Bildern gefunden“, erzählt Susanne Schulz und bekommt wieder feuchte Augen. Aktuell sei gerade eine Entrümpelungsfirma vor Ort. Erst wenn diese Firma ihre Arbeit getan habe, schaue noch einmal ein Statiker vorbei, erläutert Nicole Schulz. Von seinen Erkenntnissen sei dann abhängig, inwieweit das restliche Gebäude zurückgebaut werden müsse oder erhalten bleiben könne, bevor man mit der Sanierung beginnen kann.

Schicksal der fünf Familien berührt weiter

Das Schicksal der fünf Familien berührt die Menschen in der Region nach wie vor. Rund einen Monat nach dem verheerenden Unglück ist die Spendenbereitschaft ungebrochen. Nun erhielten die betroffenen Familien vom Bauernverband Güstrow eine Spende überreicht. Der Verband hatte vor Weihnachten gerade erst eine Spende an den Verein für krebskranke Kinder sowie Frühgeborene überbracht, als er nur zwei Tage danach von dem Brand in Groß Bützin erfuhr. Sofort wurde unter den Mitgliedern ein weiterer Spendenaufruf gestartet. Mit großen Erfolg: 2750 Euro kamen bei der Aktion zusammen.

Jede Familie erhielt 550 Euro, die jetzt bei einer Kaffeerunde in Alt Sührkow überreicht wurde. „Wir bedanken uns herzlich bei allen Spendern, aber auch den Helfern in der Brandnacht und in den Wochen danach“, sagen die Schwestern unisono.

Susanne, Nicole und ihre Mutter Petra wollen das Geld nutzen, um Möbel für ihre Wohnungen im Matgendorfer Neubau anschaffen zu können. Die drei Frauen gehen mittlerweile wieder arbeiten. Doch leicht sei das nicht – auch, weil man von vielen Leuten auf den Brand angesprochen werde.

Heiko Schlumm war schon drei Tage nach dem Brand wieder arbeiten. „Es ist eine Ablenkung“, erklärt er. Schlumm möchte seinen Spendenanteil zunächst sparen. Er wohne mit seiner Familie aktuell in einer Ferienwohnung in Groß Wüstenfelde. Doch heimisch fühle er sich dort nicht. Ihm fehle seine Werkstatt, in der er nach der Arbeit an seinen Motorrädern schrauben konnte, erzählt Schlumm, der auch Mechaniker und Fahrer bei den Motoballern von Kobra Malchin ist.

Auch interessant: TV-Philosoph Precht spottet über MV und Brandenburg

Susanne Schulz fehlt vor allem die Nähe zu ihrer Mutter und ihrer Schwester. „Früher hat man einfach die Tür aufgemacht und gefragt, ob sie zum Frühstück vorbeikommen“, erzählt sie bedrückt. Doch dann blickt sie positiv voraus. „Wir wollen bei den ersten warmen Sonnenstrahlen wieder auf dem Hof sitzen und klönen.“

zur Homepage