„CHARLETDORF“

Ferien-Dorf-Plan bei Burg Schlitz birgt noch viele Geheimnisse

Burg Schlitz will offenbar ein Urlauberdorf bauen, die Gemeinde Hohen Demzin ist laut Beschluß einverstanden. Doch die Meinungen zum Bergdorf gehen bei Ansässigen auseinander: Manch einer will mehr Tourismus, andere fürchten um den Landschafts- und Denkmalschutz.
Von einem gusseisernen Löwen „bewacht“ präsentiert sich Burg Schlitz zwischen Teterow und Waren. Von hie
Von einem gusseisernen Löwen „bewacht“ präsentiert sich Burg Schlitz zwischen Teterow und Waren. Von hier aus plant man nun noch mehr Urlaubs-Kapazität über die Landschaft verteilt. Bernd Wüstneck
Hohen Demzin.

Zur Gemeinde Hohen Demzin gehören die Dörfer Görzhausen, Karstorf, Klein- und Groß Köthel, Grambzow, und die Burg Schlitz „gehört“ ihr auch. Jetzt ist zu hören, dass Hohen Demzin um ein Dorf reicher wird: Das „Charletdorf“, wie es in der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung genannt wird. Damit ist die zwischen Teterow und Waren gelegene Gemeinde nicht die einzige – sogenannte Charletbergdörfer stehen bislang vor allem in den Alpen und im Allgäu. Und „bergig“ ist es in der Mecklenburgischen Schweiz schließlich auch. Die Hotel MV GmbH, die Schlosshotel Burg Schlitz betreibt, will solch ein Charletdorf, also Luxushütten für Urlauber, an der Burg bauen, wie Bürgermeisterin Marita Strüber verriet. Ob am Fuße des nahen Röthelbergs oder am so genannten Schweinsrücken zwischen Karstorf und Görzhausen oder talwärts an der B 108 ließ das Gemeindeoberhaupt offen wie sie auch weitere Details offen ließ. Eine Wiese am Park jedenfalls solle ihr zufolge Baugrund sein. Auch hielt sie nicht hinterm Berg damit, dass sie sich auf dadurch entstehende Arbeitsplätze freue, die der Investor schließlich versprochen habe.

Wie der Leiter des zuständigen Amtes Mecklenburgische Schweiz, Jens Behn, bestätigte, habe die Gemeinde Hohen Demzin bereits ihr Ja-Wort dazu gegeben, einen städtebaulichen Vertrag diesbezüglich einzugehen, wobei das Risiko eines Scheiterns beim Vorhabensträger liege – immerhin müssten dazu noch Genehmigungsbehörden wie das Kreis-Umweltamt eingebunden werden. Denn das reizvolle Eiszeitgelände rings um die Burg Schlitz liegt in einem Landschaftsschutzgebiet, wie beispielsweise der Architekt und einstige Teterower Bauamtsleiter Anselm Wolter betont. Sollte das Chalertdorf oberhalb der Burg gebaut werden, würde er das als Fachmann und Denkmalschützer sehr bedauern, wie er sagt.

Details nur hinter verschlossenen Türen

Anders der Wirt des Lokals „Goldener Frieden“ am Fuße des Aufgangs zur Burg Schlitz. „Das wäre ganz schön, denn momentan ist hier nicht viel los, im Gegensatz zu früher.“ Er selbst zeigt sich von den Plänen der Hotel MV GmbH aber genauso überrascht wie auch der Künstler Wilfried Duwentester. Der hatte seinerzeit diese Landschaft, ihm zufolge den „Bauchnabel der Mecklenburgischen Schweiz“ mit seinem Skulpturenpfad „gepierct“. Nun verhält er sich betreffs dieses „Zusatzschmucks“ zunächst abwartend. Im Amt Mecklenburgische Schweiz weiß man zwar schon mehr über die Pläne, immerhin soll es kürzlich bereits eine nicht öffentliche Zusammenkunft mit dem Hotelchef Armin Hoeck, Gemeindevertretern und Amtsmitarbeitern dazu gegeben haben. Aber „Details sollen intern“ bleiben, ließ auch Jens Behn wissen. Gemeindevertreter Frank Mühlberg meinte zum Nordkurier: „Wir reden nicht darüber, bevor es zu Ende gebracht ist.“ Armin Hoeck selbst möchte dem Nordkurier auch keine Auskünfte erteilen. Vorerst bleiben da nur „böhmische Dörfer“.

 

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