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Feuchte Füße am Gottesacker

Für Horst Höppner ist es nicht so einfach, sich an dem oft feuchten Weg am Stavenhagener Friedhof über die Betonplatten zu hangeln. Die wurden erst vor kurzer Zeit von Anliegern gelegt, damit die Stelle passierbar wird.   FOTO: Eckhard Kruse

VonEckhard KruseStavenhagener Spazier- gänger und Gartenpächter klagen über den manchmal kaum passierbaren Weg. Das Regenwasser kommt vom kirchlichen ...

VonEckhard Kruse

Stavenhagener Spazier- gänger und Gartenpächter klagen über den manchmal kaum passierbaren Weg. Das Regenwasser kommt vom kirchlichen Friedhof.

Stavenhagen.Horst Höppner geht jeden Tag seine Runde. Meist am Gülzower Damm, an den Gärten und am Stavenhagener Friedhof entlang - bis zu dessen Eingang an der Wallstraße. Was ihn dabei immer wieder stört, ist der Matsch, der sich nach langen Perioden der Feuchtigkeit und nach Regengüssen dort an einer Ecke des Friedhofs bildet, so dass man dort kaum gehen kann. „Das ist eine ganz blöde Ecke“, sagt er.
Weil er nicht mehr so gut zu Fuß ist, hat er stets große Schwierigkeiten, über die ausgelegten Platten zu balancieren. Aber auch die hat erst jemand zu Ende des Winters hingelegt. Horst Höppner weiß auch, dass manch einer dort mit dem Auto und dem Moped entlang fährt, was gar nicht erlaubt ist. Und er würde sich freuen, wenn der Weg endlich einmal in Ordnung gebracht werden würde.
So geht es auch einem betroffenen Gartenpächter. Aus seiner Sicht ist es an der Stelle so matschig, weil das Regenwasser eines großen Teils des Friedhofs in diese Richtung fließt. Denn das kirchliche Areal sei abschüssig. Das Regenwasser fließe zudem in die vorderen Gärten, die zeitweise knöcheltief vernässt sind, und nach seiner Beobachtung auch über die Wohngrundstücke in die Wallstraße. Er sieht dabei die Kirchgemeinde in der Pflicht, diesen Zustand zu ändern. „Jeder Grundstückseigentümer ist verpflichtet, sein Regenwasser einzuleiten“, meint er.
Melanie Dango, Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde, will sich dazu in der Zeitung nicht äußern. Die Betroffenen sollten sich mit ihren Beschwerden an die Kirchgemeinde wenden, meint sie.
Nicht klar ist, ob die Kirchgemeinde per Gesetz verpflichtet ist, ihr Regenwasser anderswo abzuleiten. Zum einen, weil der feuchte Weg und die Gärten in Kircheneigentum sind.
Zum anderen sei das Abfließen von Regenwasser auf andere Grundstücke nach Paragraf 37 des Wasserhaushaltsgesetzes erlaubt, teilte Haidrun Pergande, Sprecherin des Landkreises, mit. Anders das Wassergesetz von Mecklenburg-Vorpommern, Paragraf 40. Hiernach ist jeder zur Beseitigung seines Niederschlagswassers verpflichtet. Ausnahmen gibt es nur für Niederschlagswasser, das von öffentlichen Verkehrsflächen abfließt oder es verwertet oder versickert wird.
Trotz dieser Unklarheit hat Bürgermeister Bernd Mahnke eine gute Nachricht: „Wir werden in dieser Woche den Weg noch mal herrichten, glatt machen und eine Versickerungsmulde bauen, dass das Regenwasser auch ablaufen kann.“ Gleichzeitig solle ein Poller aufgestellt werden, damit keine Fahrzeuge dort mehr passieren und den Weg zerwühlen können.

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e.kruse@nordkurier.de