GEMEINDE FORDERT SICHEREN WEG

Finkenthal legt sich für Radweg an B 110 ins Zeug

Nicht vor 2030, so die letzte Auskunft, sollte die Strecke für die Pedalritter an der Bundesstraße gebaut werden. Damit will sich Finkenthal aber nicht zufrieden geben. Auch eine spektakuläre Aktion ist jetzt in dem kleinen Dorf im Gespräch.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Mit Tempo 50 geht es jetzt zumindest nicht mehr ganz so schnell an Finkenthal vorbei. Die Gemeindevertreter wollen sich
Mit Tempo 50 geht es jetzt zumindest nicht mehr ganz so schnell an Finkenthal vorbei. Die Gemeindevertreter wollen sich nun für einen Radweg an der Bundesstraße zwischen Gnoien und Dargun stark machen. Torsten Bengelsdorf
Finkenthal.

So hätten es die Anwohner an der Bundesstraße 110 gern auf Dauer: Wegen einiger Buddeleien am Straßenrand bremsen Tempo  50-Schilder die am Dorf vorbei rauschenden Autos derzeit stärker aus als bisher. Ungewöhnlich auch, was da in diesen Ferienwochen alles an Finkenthal vorbeikommt. Wenn es sich am überbrückten A 20-Loch bei Tribsees mal wieder staut, wählen immer mehr Autofahrer die Abkürzung über die B 110 und lernen dann auch ein Stück Finkenthal kennen.

Was der Bundesstraße zwischen Gnoien und Dargun immer noch fehlt, ist ein Radweg und da wollen die Finkenthaler jetzt mal etwas mehr Druck machen. Vor dem Jahr 2030 sei da wohl nicht dran zu denken, sagte Finkenthals langjähriger Bürgermeister Ulrich Balz, der zur Gemeindevertretersitzung am Montagabend in den Zuschauerreihen Platz genommen hatte. Mit den Bürgermeistern von Gnoien und Dargun habe man gesprochen und auch mit den Grundstückseigentümern, über deren Fläche der Radweg führen würde. Offenbar alles kein Problem. Was da schon schwieriger ist: Ganz in der Nähe von Finkenthal teilt die Kreisgrenze auch die Zuständigkeiten der beiden Straßenbauämter Neustrelitz und Stralsund, so dass es die Gemeinde bei ihrem Bemühen um einen Radweg gleich mit zwei Straßenbehörden zu tun hat.

Autobahn-Umleitung macht vieles möglich

Dennoch: „Wir wollen das jetzt weiter verfolgen“, gab Finkenthals neuer Bürgermeister Stefan Finke die Richtung vor. Und auch wie das passieren kann, hat man sich am Montagabend im Gemeindezentrum schon einmal überlegt. „Wir sollten darauf pochen, dass uns jemand vom Straßenbauamt die Lage vor Ort erklärt“, meinte Lutz Finke. Denn von Dargun nach Demmin hat es mit dem Bau eines Radweges entlang der B  110 ja auch geklappt, warum dann nicht auch in Richtung Gnoien?

Die Finkenthaler wollen sich nun auch etwas einfallen lassen, um wahrgenommen zu werden. Eine Art Fahrradkorso mit etwa 50 Leuten auf der Bundesstraße und das möglichst mitten in der Urlaubssaison, schlug Thomas Boretzky vor. Ob es dazu kommt, bleibt abzuwarten. Die Straßenbehörden hatten den Radweg nach Demmin unter anderem damit begründet, dass die B 110 östlich von Dargun stärker befahren sei als in Richtung Gnoien. Mit den vielen Autobahn-Umfahrern ist dieses Argument allerdings inzwischen entkräftet. Dass die Autobahn-Umleitung Dinge möglich macht, die zuvor mehr als 15 Jahre nicht lösbar erschienen, habe man ja an der Brücke über den Röcknitzbach bei Dargun gesehen, die seit dem vergangenen Jahr wieder zweispurig befahren werden kann.

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