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Auf Koesters Eck in Malchin können sich Wassertouristen jetzt Elektro-Boote ausleihen. Die Firma „Elektrofrosch“ produziert diese seit Sommer. Firmenchef Göran Eger (links) will damit mehr Elektromobilität aufs Wasser bringen. Tom Pollex ist für den Verleih zuständig. Kirsten Gehrke
In der Produktionshalle ist Mechaniker Philipp Pieper gerade dabei, ein Lastendreirad fertigzustellen.
In der Produktionshalle ist Mechaniker Philipp Pieper gerade dabei, ein Lastendreirad fertigzustellen. Kirsten Gehrke
Seit diesen Sommer werden in Malchin auch Elektro-Boote montiert. Die nächsten stehen schon in der Produktionshalle, um f
Seit diesen Sommer werden in Malchin auch Elektro-Boote montiert. Die nächsten stehen schon in der Produktionshalle, um fertiggestellt zu werden. Kirsten Gehrke
Verschiedene Elektrofahrzeug-Modelle werden in Malchin montiert.
Verschiedene Elektrofahrzeug-Modelle werden in Malchin montiert. Kirsten Gehrke
Bald sollen auch Elektro-Kajaks in Malchin produziert werden, die auch vermietet werden sollen.
Bald sollen auch Elektro-Kajaks in Malchin produziert werden, die auch vermietet werden sollen. Kirsten Gehrke
Für die Bootsvermietung ist auf Koesters Eck ein Ponton-Steg gebaut worden. Den Platz hat die Kommune der Elektrofrosch-F
Für die Bootsvermietung ist auf Koesters Eck ein Ponton-Steg gebaut worden. Den Platz hat die Kommune der Elektrofrosch-Firma zur Verfügung gestellt. Kirsten Gehrke
Unternehmen

Firma baut jetzt Elektrofahrzeuge fürs Wasser

Seit 2019 gibt es in Malchin eine Firma, die Elektro-Fahrzeuge produziert. Die Expansion lief fast wie von selbst, weil die Nachfrage so hoch war.
Malchin

Als Göran Eger vor drei Jahren sein Unternehmen gründete, hatte er nicht im Traum daran gedacht, dass er in Malchin so eine Erfolgsgeschichte schreiben würde. So überraschend er den richtigen Riecher hatte, so überraschend war für ihn auch der erste Platz beim Umzug zum diesjährigen Stadtfest. Mit seinen Elektrofahrzeugen war der 50-Jährige zum ersten Mal dabei und holte gleich den Pokal. Da fragte sich so mancher, wer sind denn diese „Elektrofrösche“, die nun auch einen Bootsverleih auf „Koesters Eck“ haben? 2019 war Göran Eger von Berlin in die Region Malchin gezogen. „Da habe ich überlegt, was ich hier machen könnte“, sagt er. In der Hauptstadt vermietet er bis heute Probenräume an Musiker. Und genau die hatten ihn auf die Idee mit der Elektromobiliät gebracht, als sie nach elektrischen Tourbussen gesucht hatten. Da begann er sich, damit zu beschäftigen. Mit 10 in der Türkei gekauften Tuk-Tuk hatte er dann angefangen.

Eine Nische gefunden

Eigentlich wollte er den Handel nur nebenbei betreiben, aber immer mehr Leute fragten nach diesen dreirädrigen Fahrzeugen. Eger mietete Flächen und Lagerhallen an, wo jetzt Elektrofahrzeuge selbst montiert werden – von Lastendreirädern, Transportern bis Kabinenrollern, seit diesem Sommer auch Boote und Kajaks. „Wir haben da eine Nische gefunden“, glaubt er. Mit eigenen Lkw liefern sie die Fahrzeuge aus. Als die Benzinpreise so anstiegen, hätten sie den Ansturm kaum bewältigen können. Jetzt habe sich das wieder normalisiert.

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Campingplatz-Ketten, Handwerker, Biobauern, Pferdehöfe fragen an, aber auch größere Betriebe, die eine Elektroflotte für den innerbetrieblichen Verkehr wollen, oder private Leute, die als Zweitwagen sich ein Elektrofahrzeug anschaffen. Zunächst lief das Geschäft nur Online, inzwischen hat die Firma in jedem Bundesland einen Handelspartner, der die „Elektrofrösche“ kauft und unter dem Malchiner Namen weiterverkauft. Einen ersten Partner haben sie nun auch in Polen, sagt Henry Lüdtke (47), kaufmännischer Leiter, der seit einem Jahr in der Firma ist. Anfragen gebe es zudem aus Belgien und Österreich. Inzwischen beschäftigt das junge Unternehmen 22  Mitarbeiter in Malchin.

Mit Partnern aus Fernost

Wie Göran Eger erklärt, sind die Fahrzeuge selbst entwickelt worden, zusammen mit Partnern aus Fernost. Von dort kommen auch die Teile, die dann in Malchin zusammengebaut werden. Vier Hersteller habe die Firma in China, einen in der Türkei. Die Modelle seien EU-zertifiziert und patentiert. „Das sind unsere Fahrzeuge, da kommt kein anderer ran“, sagt der Firmenchef. Die Modelle seien alle bezahlbar. Ihm sei es wichtig, dass sich jeder Elektromobilität in guter Qualität leisten kann. Mit dem Bau von Booten habe man dieses Jahr begonnen, Elektromobilität auch aufs Wasser zu bringen. Sechs dieser Konsolenboote liegen jetzt am Ufer von „Koesters Eck“ und werden führerscheinfrei vermietet. Die Boote sind 4,50  Meter lang und 1,65  Meter breit und lassen sich leicht manövrieren. „Sie sind auch für Angler ausgestattet, haben einen Fischfinder“, sagt Eger. Mit den Booten komme man nicht nur über Peene und Kummerower See, sondern auch durch den Dahmer Kanal bis zum Malchiner See. Mitarbeiter Tom Pollex führt die Ausleihstation und hat für Wassertouristen Karten bei der Hand, wo sie entlangschippern können. Wie Eger sagt, habe die Stadt sie unterstützt und den Platz bei „Koesters Eck“ zur Verfügung gestellt.

 

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