Wilderei im Altkalener See

Fischotter verendet in illegaler Reuse

Eine Spaziergängerin entdeckte am Altkalener See eine illegale Reuse, in der sich ein Fischotter verfangen hatte. Der Anglerverband reagierte sofort.
Kirsten Gehrke Kirsten Gehrke
Im Alkalener See hat sich ein Fischotter in einer sogenannten Bunge verfangen. Für die Behörden ist das Ausbringen der kleinen Reuse eine Straftat.
Im Alkalener See hat sich ein Fischotter in einer sogenannten Bunge verfangen. Für die Behörden ist das Ausbringen der kleinen Reuse eine Straftat. Uta Drewitz
Der Gewässerwart des Landesanglerverbandes, Marko Röse, hat die illegale Reuse als Beweismittel sichergestellt.
Der Gewässerwart des Landesanglerverbandes, Marko Röse, hat die illegale Reuse als Beweismittel sichergestellt. Kirsten Gehrke
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Altkalen.

Uta Drewitz war mit ihren Hunden unterwegs, als sie die grausige Entdeckung machte: Im Schilf des Altkalener Sees hing eine Fischreuse mit einem toten Otter und Fisch fest. Der Geruch hatte die Hunde magisch angezogen. Deshalb schaute die Altkalenerin nach. „Beide Tiere müssen dort schon einige Tage im Wasser gelegen haben, denn bei dem Fischotter löste sich schon die Haut, als er beim Herausfischen der Reuse darin bewegt wurde“, schilderte die Spaziergängerin. „Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie verzweifelt das arme Tier um sein Leben gekämpft hat und dann trotzdem elend ertrunken ist.“

Für Marko Röse, Gewässerwart des Landesanglerverbandes, ist das ein klarer Fall von Fischwilderei, also illegal. Er zeigte sich entsetzt, als er davon hörte, reagierte sofort und fuhr nach Altkalen. Vor Ort ging er am Donnerstagnachmittag zusammen mit Kreisgewässerwart Jens Marten der Sache auf den Grund. Am Ufer konnte er die Reuse sicherstellen. „Es handelt sich dabei um eine Bunge“, erklärte er. Das sei das kleinste Reusenmodell – das gern Schwarzangler verwenden. Wie der Otter sich dort verfangen konnte, sei für ihn jedoch schleierhaft.

Wilderer nur schwer zu ermitteln

Wer die Reuse ausgelegt hat, habe sich strafbar gemacht, stellte Röse klar. Reusen dürften nur ausgebildete Fischer verwenden. Er wisse aber auch, dass sich hartnäckig der Irrglaube halte, dass eine Bunge als Köderfischreuse erlaubt sei. Das sei sie nicht. Diese zu benutzen, sei kein Kavaliersdelikt. Doch Wilderer seien nur schwer zu ermitteln, bedauerte Röse. Er sieht auch im Altkalener Fall kaum eine Chance, den Täter zu finden.

In Teterow finde man auch öfter Reusen, so Jens Marten. „Aber es ist selten, dass man jemand ermittelt.“ Die meisten Angler seien jedoch vernünftig. Oftmals seien die schwarzen Schafe solche, die keinen Angelschein haben und keinem Verein angehören. „Dazu gehört auch eine gehörige Portion krimineller Energie“, so Marten.

Uta Drewitz hofft indes, dass der Verursacher der „Schweinerei“ in Altkalen jetzt wenigstens über die Konsequenz seines Verstoßes gegen das Naturschutzgesetz nachdenkt.

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