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Nach der Insolvenz der britischen Regional-Fluggesellschaft Flybmi und des Ferienfliegers Germania war der Airport Lage wirtschaftlich abgestürzt. Nun geht es wieder aufwärts. Jens Büttner
Bilanz eines turbulenten Jahres

Flughafen Laage bekommt wieder Auftrieb

Mit einem wirtschaftlichen Absturz begann das Jahr auf dem Flughafen Laage. Doch der Airport konnte sich aus dem Tief erheben, jetzt wird nach vorn geblickt.
Laage

Für den Flughafen Laage neigt ein turbulenten Jahr sich dem Ende zu. Durch den Konkurs der Airlines Germania und BMI zu Jahresanfang brach das Passagieraufkommen um 80 Prozent ein. Angesichts dieser dramatischen Verluste meinten manche schon, das Totenglöcklein läuten zu hören für den Airport.

Doch die Bruchlandung konnte vermieden werden, das Unternehmen bekam in der zweiten Jahreshälfte wieder Auftrieb. Entscheidend war dabei die Anbindung von Laage an das Drehkreuz München, wie Dörthe Hausmann, Geschäftsführerin des Flughafens, betont. Zehnmal in der Woche bedient Lufthansa diese Verbindung. Ab April nächsten Jahres wird München zusätzlich auch am Samstag angeflogen. Damit sind von Laage via München alle europäischen Großstädte sowie Ziele in Asien und den USA direkt erreichbar.

Das Ziel ist die schwarze Null

Im touristischen Segment konnte die aufgerissene Lücke durch Lauda, Corendon und Fly-Egypt teilweise geschlossen. Wie Hausmann ankündigt, wird Corendon 2020 ihr Angebot um Heraklion erweitern und fliegt im Winter einmal wöchentlich nach Antalya. Fly-Egypt fliegt auch im Winter von Rostock nach Hurghada. Ihr Unternehmen sei in Verhandlungen mit weiteren Fluggesellschaften zum Ausbau des touristischen Streckennetzes. Schnelle Lösungen seien aufgrund fehlender Flugzeugkapazität durch die Stilllegung der Boeing-737Max-Flotte aber nicht umsetzbar. Hierzu benötige die gesamte Branche Zeit.

Der wirtschaftliche Erfolg des Flughafen hänge jedoch nicht ausschließlich an den Passagierzahlen, macht die Geschäftsführerin deutlich. Alle Potenziale gelte es auszuschöpfen, um höhere Einnahmen zu erzielen. Das sei unter den schwierigen Umständen gelungen. Zusätzliche Beihilfen der Gesellschafter seien 2019 nicht erforderlich. Ziel bleibe die schwarze Null. Künftig soll das Unternehmen auf drei Standbeinen stehen, zeigt Dörthe Hausmann auf. Neben dem traditionellen Luftverkehr – mit Geschäftsreiseverkehr, touristischem Verkehr, Fracht- und Kreuzfahrtgeschäft – eröffnen sich dank des Standortvorteils der 24-stündigen Flugbetriebszeit Geschäftsfelder in der Logistikbranche.

Standbein wird Ansiedlung neuer Technologien

Mit dem Bau von zwei Flugzeughallen mit Bürogebäude und einem dazugehörenden Vorfeld sollen Erlöse aus Vermietung generiert und durch den Aufbau des Bereichs Flugzeugwartung gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen werden. Diese Investitionen seien wichtig, um Einnahmen unabhängig vom Luftverkehr erzielen zu können.

Das dritte Standbein firmiert unter dem Titel „Innovation Airport“ und umfasst die Ansiedlung neuer Technologien. Eine Studie zur Entwicklung des Flughafens Laage zum Luft- und Raumfahrtstandort ist derzeit in Arbeit. Sie wird voraussichtlich im Frühjahr 2020 vorliegen. Die Geschäftsführerin stellt klar, dass Laage kein Baikonur werde, wo „große Raketen donnernd ins Weltall starten“. Die Technologie, um Satelliten ins All zu befördern, sei heute viel weiter. Davon wolle man profitieren.

Auch der Klimadebatte stellt sich die Airport-Chefin. Das Ziel lautet, 2050 klimaneutral zu sein. Die darauf zielenden Maßnahmen reichen vom Einsatz hocheffizienter LED-Beleuchtung über den Aufbau eines eigenen Solarkraftwerkes bis zum Testbetrieb synthetischer PtL-Treibstoffe.

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