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Flut aus der Kanalisation ärgert die Teterower

Sie sollten für eine vorgebliche Wertsteigerung ihrer Grundstücke zahlen. Doch da weigerten sich Hauseigentümer der Innenstadt.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Schmuck zeigen sich die Häuser in der Östlichen Ringstraße im Sonnenschein. Bei Starkregen droht hier jedoch eine Überflutung von Fluren und Garagen. 
Schmuck zeigen sich die Häuser in der Östlichen Ringstraße im Sonnenschein. Bei Starkregen droht hier jedoch eine Überflutung von Fluren und Garagen. Eberhard Rogmann
Teterow.

„Wir haben es schriftlich. Der Missstand wird behoben.“ Das betont Olaf Jaretzke ausdrücklich. Der Bäckermeister aus der Großen Knickhägerstraße gehört zu einem Dutzend Anwohnern der Teterower Innenstadt, die gegen den Bescheid zur Erhebung von Ausgleichsbeträgen Widerspruch einlegten.

Die Zahlung war ihnen von der Stadt nach Abschluss der städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen abverlangt worden. Die Begründung brachte manchen auf die Palme und reizte zum Widerspruch. Der Ausgleichsbetrag, hieß es, werde erhoben für die Wertsteigerung der privaten Grundstücke infolge der Sanierungsmaßnahmen.

Häuser und Garagen standen immer wieder unter Wasser

Die Erfahrungen der Anwohner in der Östlichen Ringstraße auf dem Abschnitt zwischen den Abzweigen Garten-/Große Knickhägerstraße waren indes ganz andere. Bei jedem stärkeren Niederschlag müssen sie seit dem vergangenen Jahr befürchten, dass ihre Häuser überfluten. In der Tat standen etliche Häuser und Garagen wiederholt unter Wasser. Sogar die Feuerwehr mussten die Anwohner schon bemühen. Wertsteigerung sieht anders aus, fanden sie und gingen in Widerspruch.

Bürgermeister Andreas Lange reagierte prompt. Er lud die Betroffenen zu einem Gespräch ins Rathaus ein. Zugegen waren ebenfalls Mitarbeiter der Stadtwerke aus dem Bereich Wasser/Abwasser. Der Sachverhalt wurde von den Fachleuten aufgeklärt. Demnach war der Missstand eingetreten, nachdem die von-Moltke-Straße an die Regenkanalisation angeschlossen wurde.

Rückstau bei Starkregen

Dort war die alte Kanalisation durch neue Leitungen ersetzt worden, wobei Schmutz- und Niederschlagswasser getrennt abgeführt werden. Letzteres fließt direkt aus der v.-Moltke-Straße durch die Warener und Große Knickhägerstraße. Da liegt der Hund begraben. Denn direkt bedeutet in diesem Falle nahezu gradlinig bei einem beträchtlichem Gefälle. Am Ende zweigt der Kanal rechtwinklig in den Ostring ab. Hier kommt es bei Starkregen zu einem Rückstau mit den aufgezeigten Folgen.

Diese kritische Stelle soll nunmehr entschärft werden. Die Lösung erwarten sich die Stadtwerke dadurch, dass die Leitung in einem größeren Bogen ausgeführt wird. Dazu sind größere Tiefbauarbeiten erforderlich. „Diese sollen im kommenden Frühjahr erfolgen. Das wurde uns schriftlich zugesagt“, resümiert Olaf Jaretzke. Für ihn ist damit der Widerspruchsgrund hinfällig und er zahlte mittlerweile seinen Ausgleichsbetrag.

Frist bis Mitte des Monats

Das hatten nach Information von Bürgermeister Lange bis 20. September bereits 176 Grundstückseigentümer getan. Das ist knapp die Hälfte der 398 veranlagten Teterower. Für 102 Betroffene waren laut Bürgermeister fünf Wochen nach der Zahlungsaufforderung und der entsprechenden Zahlung bereits die Grundbucheinträge gelöscht. Die Frist der 20-Prozent-Rabatt-Regelung läuft noch bis Mitte des Monats.

Wie Bürgermeister Andreas Lange ankündigte, ist die Ermittlung der Ausgleichbeträge für das Sanierungsgebiet Nord/Ost noch offen. Sie ist für das kommende Jahr geplant.

 

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