LÄNDLICHE RÄUMUNG

Frau lebte mit Schafen und Vögeln im Haus – jetzt flog sie raus

In dem Dorf Rey bei Altkalen wurde eine Frau aus einer nicht gemieteten Wohnung geworfen, ohne Strom, Wasser, Telefon, Mülltonne, ohne Auto. Wie konnte es so weit kommen?
Silke Voß Silke Voß
Diese Tiere stehen jetzt im Garten und sollen versorgt werden, wie Bürgermeisterin Renate Awe sagte.
Diese Tiere stehen jetzt im Garten und sollen versorgt werden, wie Bürgermeisterin Renate Awe sagte. Silke Voß
Die Sittiche haben einen extra Raum in der Reyer Wohnung.
Die Sittiche haben einen extra Raum in der Reyer Wohnung. Silke Voß
Rey.

Eine Frau hatte mit fünf Schafen und mehreren Sittichen eine Wohnung in Rey, einem Dorf bei Altkalen, mehr oder weniger „besetzt“. Unter Polizeiaufsicht und „im Beisein des halben Dorfes“, wie sie sagte, musste sie die Wohnung am Samstag räumen. Da hatte sie bereits eine Odyssee vieler Umzüge mitsamt ihren Tieren hinter sich, erzählt sie.

Endlich ein Dach über dem Kopf und einen Unterstand für die Schafe, hatte die Lebensberaterin und Schmuckmacherin in Rey buchstäblich im Trockenen gesessen, bevor die Situation eskalierte: ohne Wasser, ohne Strom, ohne Telefon, ohne Auto, ohne Mülltonne, die der Besitzer abgestellt hatte. Derzeit hat Cornelia Schneidenbach eine vorübergehende Bleibe bei der Diakonie in Gelbensande. Binnen einer Woche soll sie nun die Reyer Wohnung mit ihrer Habe geräumt haben, mitsamt den Tieren, die so lange gefüttert werden.

Frau hat Odyssee an Umzügen hinter sich

Hausbesitzer Wolfgang Weich steht derweil zu seinem Vorgehen, der Frau keinen Mietvertrag geben zu wollen. Für ihn bedeutete es psychischen Stress, schräg gegenüber seinem Haus in Rey eine „Mieterin“ zu wissen, die beispielsweise in einem Raum frei fliegende Vögel hält. Ich mag ja Individualisten, aber nicht, wenn sie für lau leben wollen“, so Wolfgang Weich.

Um seinetwillen hätte es gar nicht zu solch einem Einzug kommen sollen. Doch Cornelia Schneidenbachs Betreuerin vom Amtsgericht Güstrow habe ihn, der gerade im Ausland gewesen sei, telefonisch gebeten, die wohnungslose Frau, die bereits eine Odyssee an Umzügen hinter sich habe, in seine Mietwohnung einziehen zu lassen. Das habe er aufgrund deren Not natürlich mündlich zugesagt, im Vertrauen in die Betreuerin. Aber: „Weder ich noch die Betreuerin haben geahnt, dass Frau Schneidenbach gleich noch mit fünf Schafen und mehreren Vögeln anrückt“, so Weich. Cornelia Schneidenbach indes bekräftigt, die Existenz der Tiere nicht verschwiegen zu haben.

Auch Bürgermeisterin Renate Awe rechtfertigt indes die Zwangsräumung, bei der sie zugegen war. „Wir haben der übrigens polizeibekannten Frau mehrere Wohnmöglichkeiten angeboten, doch das hat sie ausgeschlagen. Erst danach hat Herr Weich diese drastischen Maßnahmen ergriffen. Was noch tun, wenn einer sich nicht helfen lassen will?“ Die „mehrfach verlängerte, zweimonatige Frist“, die Wohnung zu verlassen sei nun übrigens abgelaufen. Von einer solchen Frist will Cornelia Schneidenbach hingegen auch nichts gewusst haben.

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Kommentare (2)

Ihr Schicksal ist ihre Tierliebe.....sie ist einfach zu gut zu Vögeln und dafür jetzt obdachlos:-)

Diese Art Journalismus / Falschmeldung trägt im hohen Maße zu seinem schlechten Ruf bei. Die Staatsanwaltschaft Rostock wird sich nun damit beschäftigen.